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(Foto: dpa)

Golf, Passat, Tiguan: Fünf Millionen VW der Kernmarke betroffen

Von den insgesamt bis zu elf Millionen Autos des Volkswagen-Konzerns mit der umstrittenen Abgas-Software entfallen allein fast die Hälfte auf die Marke VW. Volkswagen informiert alle Märkte weltweit über die jeweils lokale Anzahl an Fahrzeugen.

Unter den weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeugen aus dem Volkswagen-Konzern mit manipulierten Abgas-Systemen stammen rund fünf Millionen von VW. Dies teilte der Konzern am späten Abend in Wolfsburg unter Berufung auf eine interne Überprüfung mit. Demnach sind unterschiedliche Fahrzeugmodelle aus mehreren Baujahren betroffen, etwa der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und die erste Generation des Tiguan. Weitere Angaben machte das Unternehmen nicht.

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"Wir arbeiten mit Hochdruck an einer technischen Lösung, die wir so rasch wie möglich dem Handel, unseren Kunden und der Öffentlichkeit präsentieren werden", sagte VW-Markenchef Herbert Diess. Unabhängig von den genannten Modellen älterer Bauart seien aber alle VW-Neuwagen, die über die europaweit gültige Euro-6-Norm verfügen, nicht von den Manipulationen betroffen. Dazu gehörten unter anderem die aktuellen Modelle des Golf, Passat und Touran.

Volkswagen informiere alle Märkte weltweit über die jeweils lokale Anzahl an Fahrzeugen, hieß es weiter. Es werde zudem an "in intensivem Austausch und in enger Abstimmung mit den Zulassungsbehörden" an einer Abhilfemaßnahme gearbeitet. "Die Fahrzeuge sind weiterhin technisch sicher und fahrbereit."

Das Kraftfahrtbundesamt hatte VW aufgefordert zu erklären, ob die eingestandenen Manipulationen zu beheben seien. Dies dürfe nicht zulasten der Kunden gehen.

Schadenersatzforderungen hierzulande möglich

Vor diesem Hintergrund drohen Volkswagen nicht nur in den USA rechtliche Konsequenzen. Auch in Deutschland sind Schadenersatzforderungen grundsätzlich denkbar, wie ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte. Voraussetzung für Schadenersatz sei, dass der Verkäufer seine Pflicht verletzt habe, eine Ware frei von Sachmängeln zu liefern.

Ein solcher Mangel liegt vor, wenn die Kaufsache nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat. Die vereinbarte Beschaffenheit umfasst auch Eigenschaften, die der Käufer aufgrund von öffentlichen Äußerungen zum Beispiel des Verkäufers erwarten kann, darunter können unter Umständen auch Abgaswerte fallen.

Wenn eine Kaufsache mangelhaft ist, dann kann der Käufer Abhilfe verlangen, den Kaufpreis mindern oder vom Kaufvertrag zurücktreten. In Fällen von schuldhaftem Verhalten des Verkäufers kann sich auch ein Schadenersatzanspruch des Käufers ergeben. Wie es im konkreten Fall aussieht, kann man derzeit noch nicht sagen, weil die Aufklärung noch läuft.

Quelle: n-tv.de

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