Wirtschaft
Im April will VW die Ergebnisse einer internen Untersuchung vorlegen.
Im April will VW die Ergebnisse einer internen Untersuchung vorlegen.(Foto: REUTERS)

Kronzeuge packt aus: Gibt es viele Mitwisser in VW-Affäre?

Von den Abgasmanipulationen bei VW-Fahrzeugen haben offenbar deutlich mehr Führungskräfte gewusst als bisher bekannt. Ein Kronzeuge sagt den Staatsanwälten: Es gab ein "Schweigegelübde."

Von den Abgas-Manipulationen bei Volkswagen haben Medienberichten zufolge zahlreiche Manager und Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns gewusst. Interne Befragungen bei VW hätten ergeben, dass nahezu alle mit Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung eingeweiht oder sogar beteiligt gewesen seien, berichtet unter anderem die "Süddeutsche Zeitung".

Ein Kronzeuge, gegen den selbst ermittelt werde, habe zudem erklärt, er selbst habe einen hochrangigen Manager außerhalb der Abteilung auf die Manipulationen aufmerksam gemacht, hieß es. Dieser habe aber nicht reagiert. Ein VW-Sprecher sagte, es handele sich um Spekulationen, zu denen sich das Unternehmen nicht äußere. Verwiesen wurde auch auf die laufenden Untersuchungen. Offiziell will VW bei der Aktionärsversammlung im April interne Untersuchungsergebnisse vorlegen.

In der betreffenden Abteilung sei es kein Geheimnis gewesen, dass VW bei den Abgastests der Behörden in den USA und Europa nur so die Schadstoff-Grenzwerte scheinbar habe einhalten können, hieß es weiter. Gegenüber anderen Abteilungen im Konzern hätten sich die Beteiligten auf ein "Schweigegelübde" verständigt. Die Manipulationen hätten im November 2006 begonnen. Laut den Erkenntnissen soll damals soll ein größerer Kreis von Mitarbeitern in der Motoren-Entwicklung den Einsatz der Betrugs-Software besprochen haben.

Die Berichte stützen sich auf die Aussagen eines VW-Mitarbeiters, der gegenüber Ermittlern der Braunschweiger Staatsanwaltschaft umfassend ausgesagt haben soll. Er sei selbst an Manipulationen beteiligt gewesen.

Mehrere Mitarbeiter beurlaubt

Wie bereits bekannt, war der Ausgangspunkt des Skandals eine strategisch groß angelegte Diesel-Offensive von VW in den USA in den Jahren 2005 und 2006. VW hatte damals massive Absatzprobleme in den USA. VW wollte die Hybridtechnik des Erzrivalen Toyota mit einem "Clean Diesel" ausstechen. Diese Technik sollte sauber, aber nicht zu teuer sein. Dies aber war nur mit Hilfe der Manipulations-Software zu erreichen.

Die VW-Spitze hatte stets betont, dass von den Manipulationen in der Motorsteuerung nur eine kleine Gruppe von Mitarbeitern gewusst habe, nicht aber Vorstand und Aufsichtsrat. VW hatte als Reaktion auf den Abgas-Skandal mehrere Mitarbeiter beurlaubt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen