Wirtschaft
Die Sonne kommt durch - laut Ifo-Experten kann 2014 ganz hervorragend werden.
Die Sonne kommt durch - laut Ifo-Experten kann 2014 ganz hervorragend werden.(Foto: picture alliance / dpa)

"Geschenk vom Weihnachtsmann": Ifo erwartet prächtige Zeiten

Aufschwung, Arbeitslosigkeit, Export - für 2014 gehen die Konjunkturprognosen erheblich auseinander. In einem Punkt herrscht indes Einigkeit - die Wirtschaft wächst. Besonders optimistisch sind die Ifo-Experten, zumindest für Deutschland.

Die deutschen Konjunkturforscher liegen mit ihren Prognosen für 2014 erheblich auseinander. Die jüngste Vorhersage kommt vom Münchener Ifo-Institut und attestiert Deutschland für 2014 ein kräftiges Wirtschaftswachstum. "Die Konjunkturaussichten für das nächste Jahr sind prächtig", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Das ist das Geschenk vom Weihnachtsmann." Die Wirtschaft werde um 1,9 Prozent zulegen und damit fast fünfmal so stark wie im laufenden Jahr mit 0,4 Prozent. Dies führe allerdings auch zu einem weiteren Anstieg des Leistungsbilanzüberschusses. Dieser hat Deutschland international bereits viel Kritik eingebracht.

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Erst vor wenigen Tagen hatten das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ihre Erwartungen zusammengestrichen. Während das RWI seine Prognose um 0,4 Punkte auf 1,5 Prozent zurücknahm, korrigierte das IWH seine Vorhersage um 0,2 Prozentpunkte nach unten und geht nun für 2014 von einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent aus.

Zuversicht steigt

Noch pessimistischer zeigte sich zu Wochenbeginn das gewerkschaftsnahe Wirtschaftsforschungsinstitut IMK. Zwar ließen die Forscher ihre Prognose unverändert. Doch rechnen sie für 2014 noch nicht mit einem selbsttragenden Aufschwung. Unter dem Strich werde die Konjunktur daher nur um 1,2 Prozent zulegen. Sogar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit prognostizierten die Experten. Immerhin ein BIP-Plus von 1,7 Prozent erwartet die Bundesbank.

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Nach Ansicht der Münchener Ifo-Forscher um Präsident Sinn sind die Firmen nicht mehr so verunsichert und die Aussichten auf steigende Einkommen der Menschen gut. Deshalb werde vor allem die Inlandsnachfrage die Wirtschaft angekurbelt. Auch Börsenprofis blicken zuversichtlich ins neue Jahr. Das ZEW-Konjunkturbarometer kletterte im Dezember auf 62 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit April 2006. Die Schlüsselbranche Maschinenbau will nach Angaben des Verbandes VDMA 2014 bis zu 5000 neue Jobs schaffen und drei Prozent mehr herstellen. Die Betriebe peilen einen Rekord-Produktionswert von 203 Milliarden Euro an.

Die Ifo-Konjunkturforscher erwarten, dass die Arbeitslosenquote 2014 von 6,9 auf 6,8 Prozent sinken und die Beschäftigung um 230.000 Personen zunehmen wird. "Dabei ist unterstellt, dass die erheblichen Bremswirkungen, die der neue Mindestlohn bringen wird, im Prognosezeitraum noch nicht zu Buche schlagen werden", merkte das Institut an.

Scharfe Kritik an Frankreich und Italien

Der gesamten Euro-Zone traut das Ifo indes nur ein Wachstum von 0,7 Prozent zu. In den Krisenländern gehe es nur wenig bergauf. Sorgen bereite vor allem die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft im Währungsraum. "Frankreich hat es nicht geschafft, den Aufschwung ähnlich hinzukriegen wie Deutschland und dümpelt dahin", sagte Sinn. Und Italien sei "nahezu die Katastrophe". In Spanien dagegen habe der Abwärtstrend womöglich sein Ende erreicht - in Griechenland hingegen noch lange nicht.

Richtig gesund seien die Krisenländer erst, wenn sie wieder Überschüsse in der Leistungsbilanz schafften. "Das ist noch ein sehr, sehr weiter Weg", sagte Sinn. Die Krisenstaaten müssten vor allem über sinkende Löhne und Preise im internationalen Konkurrenzkampf aufholen. "Deutschland muss teurer werden, damit der Süden wieder wettbewerbsfähiger wird."

Derzeit nimmt die EU-Kommission Deutschland wegen seiner Exportüberschüsse unter die Lupe und prüft, ob dadurch in der Euro-Zone größere wirtschaftliche Ungleichgewichte entstanden sind. Die Brüsseler Behörde stuft einen Leistungsbilanzüberschuss von mehr als sechs Prozent der Wirtschaftskraft über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren als stabilitätsgefährdend ein. Allerdings soll Deutschland seine Aufuhren nicht drosseln, sondern mehr importieren. Das Ifo geht davon aus, dass die deutschen Überschüsse weiter steigen, von 7,0 Prozent 2012 auf 7,3 Prozent im nächsten Jahr.

Quelle: n-tv.de

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