Wirtschaft

Hilfe bei Steuerhinterziehung: Interpol soll Banker suchen

Fragwürdige Steuertipps von Beratern der Credit Suisse schlagen hohe Wellen. Das US-Justizministerium droht, die Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit internationalem Haftbefehl suchen zu lassen. Neben den Beratern könnte auch die bisher verschonte Credit Suisse ins Visier geraten

(Foto: REUTERS)

Das US-Justizministerium will vier der Beihilfe zu Steuerhinterziehung angeklagte Schweizer Anlageberater mit internationalem Haftbefehl suchen lassen. Die Männer könnten davon ausgehen, dass sie auf die Interpol-Liste kämen und außerhalb der Schweiz mit ihrer Festnahme rechnen müssten, sagte Kevin Downing, Anwalt beim US-Justizministerium.

Laut der bei einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia liegenden Anklage sollen drei ehemalige und ein noch bei der Großbank Credit Suisse beschäftigter Berater amerikanische Steuersünder ermutigt haben, ausländische Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland zu transferieren.

Credit Suisse hatte in diesem Zusammenhang stets betont, dass die Bank selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen sei. Zum Status von Credit Suisse wollte sich Downing nicht äußern. Das Problem sei aber leider nicht gelöst, fügte er hinzu.

Bank gerät ins Visier

Nach Ansicht von Beobachtern deutet das Vorgehen gegen die vier Berater darauf hin, dass das Justizministerium bestrebt ist, auch gegen die Bank selbst ein Verfahren in Gang zu bringen. Einer der Beschuldigten Ex-CS-Mitarbeiter hatte erklärt, er habe seine Arbeit immer mit Wissen und Zustimmung der Bank erledigt und nie auf eigene Faust gehandelt. Der Mann sollte sich in den USA einen Anwalt nehmen und dann mit dem Justizministerium sprechen, erklärte Downing dazu.

Credit Suisse hat nach den Worten von Konzernchef Brady Dougan alles unternommen, um die Einhaltung der Vorschriften in den verschiedenen Ländern durch ihre Mitarbeiter sicherzustellen. Das werde sich hoffentlich auch in den USA so erweisen, sagte Dougan kürzlich bei der Vorstellung des Jahresabschlusses.

Quelle: n-tv.de

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