Wirtschaft

Tenge-Fieber: Kasachstans Währung bricht spektakulär ein

Fallender Ölpreis und niedriger Yuan machen den Schwellenländern schwer zu schaffen. Nun bekommt Kasachstan die Folgen des Abwertungswettlaufs mit voller Wucht zu spüren.

Während China als Zentrum der Turbulenzen am Devisenmarkt gilt, erschüttern die Folgen von Yuan-Abwertung und fallendem Ölpreis die Währungen der Schwellenländer. Nun stoppte die kasachische Regierung ihren Versuch, die Währung Tenge zu verteidigen und gab den Wechselkurs frei. Die Folge: Der Tenge stürzte um fast 30 Prozent zum Dollar ab – und das innerhalb weniger Stunden.

Das zentralasiatische Land hängt stark von den Einnahmen aus Ölexporten ab. Die Preise für den Rohstoff kennen seit geraumer Zeit nur eine Richtung: nach unten. Da Öl in Dollar abgerechnet wird, spült eine Abwertung des Tenge mehr Geld in die Staatskassen des autoritär regierten Landes.

"Der Staatschef hat unterstrichen, dass es aufgrund der neuen ökonomischen Realität notwendig ist, sich auf einen Ölpreis zwischen 30 und 40 US-Dollar einzustellen", sagte Premierminister Karim Masimow. Kaschastan werde durch eine schwächere Währung wettbewerbsfähiger, "auch auf den Märkten unserer Nachbarn." Damit meinte er China und Russland, die wichtigsten Handelspartner des Lands. Der Rubel und der Yuan haben in letzter Zeit kräftig abgewertet.

Ein schwacher Tenge verteuert allerdings die Importe und heizt damit die Inflation an. "Ich gehen jetzt zum Basar", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen kasachischen Übersetzer. "Der Tenge in meiner Brieftasche wiegt weniger und weniger. Ich weiß nicht, ob ich etwas kaufen werde, bevor sich dieses Geld in Luft auflöst."

Schon im November vergangenen Jahres hatte Kasachstan den Tenge kräftig abgewertet, als Russlands Wirtschaft unter den Folgen der westlichen Sanktionen und des fallenden Ölpreises schwächelte.

Quelle: n-tv.de

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