Mittwoch, 31. März 2010
Deutsche Bank vor dem Kadi: Klage wegen Lehman
Der Deutschen Bank droht in Belgien wegen des Vertriebs von riskanten Lehman-Wertpapieren ein Gerichtsverfahren. Die Deutsche Bank Belgium bestätigte auf Anfrage, von der Staatsanwaltschaft über die geplante Anklage informiert worden zu sein. Der Vorwurf lautet nach Medienberichten, das Institut habe seine Kunden mit dem Verkauf von Produkten der später insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers getäuscht. Damit habe die Bank gegen ein Verbraucherschutzgesetz verstoßen.
Rund 3800 Bankkunden könnten nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga von dem Prozess profitieren. Drei Viertel der Verbraucher hätten bereits eine Entschädigung akzeptiert. Noch im Sommer könnte der Prozess beginnen. Wie ein Bank-Sprecher sagte, handelt es sich um eine Grundsatzentscheidung. Somit könnte auch Anklage gegen einzelne Manager erhoben werden. Die Deutsche Bank erklärte in einer Pressemitteilung, sie habe in "gutem Vertrauen" gehandelt. Es gehe um zwei Produkte, die im November 2006 und April 2007 - also noch vor der Finanzkrise - ausgegeben worden seien.
Lehman-Papiere hatten mit der Pleite der US-Bank im September 2008 schlagartig einen Großteil ihres Wertes verloren. Seitdem haben in Deutschland die zumeist betagten Anleger gegen die vermittelnden Banken mehrfach Prozesse geführt und Vergleiche abgeschlossen.
dpa
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