Wirtschaft

EZB sucht den Preisdruck: Leitzins bleibt historisch niedrig

Die Fed wirft in den USA die Geldpresse an. In Europa halten die Notenbanker noch die Füße still. Sowohl EZB als auch Bank of England drehen nicht an der Zinsschraube. Die Preisentwicklung behalten beide Notenbanken aber im Blick.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Preisstabilität fest im Blick.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Preisstabilität fest im Blick.(Foto: REUTERS)

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt wie erwartet auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bei seiner Sitzung. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken im Euro-Raum mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. Experten erwarten, dass die EZB frühestens gegen Ende 2011 an der Zinsschraube drehen wird.

Anders als die US-Notenbank Fed, die ihre Geldschleusen erneut öffnet, um die US-Wirtschaft anzukurbeln, hält die EZB an ihrem geldpolitischen Kurs fest: Europas Währungshüter haben mit dem allmählichen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik begonnen.

Da die wirtschaftliche Erholung in den 16 Euro-Ländern auf wackeligen Füßen steht und die Staatsschuldenkrise noch nicht überstanden ist, wird die EZB ihre stützenden Maßnahmen zwar nicht schneller als geplant zurückfahren. Angesichts stabiler Preise muss die Notenbank aber in den kommenden Monaten auch nicht an der Zinsschraube drehen.

BoE hält ebenfalls Pulver trocken

Auch die Bank of England (BoE) lässt den Leitzins vorerst unangetastet - bei 0,5 Prozent. Wie sie nach der Sitzung ihres geldpolitischen Ausschusses mitteilte, weitet sie zudem ihr Ankaufprogramm für heimische Staatsanleihen im Gegensatz zur US-Notenbank Fed vorerst nicht aus.

BoE-Gouverneur Mervyn King hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise damit begonnen, Staatstitel im Wert von 200 Mrd. Pfund zu erwerben und auf diese Weise zusätzliches Geld in die von der Finanzkrise angeschlagene Wirtschaft zu pumpen.

Die Kur hat offenbar angeschlagen: Die Industrie beschleunigte im Oktober erstmals seit Monaten ihr Wachstumstempo. Die britische Wirtschaft hat im dritten Quartal um 0,8 Prozent zugelegt und sich damit weit besser entwickelt als von vielen Experten erwartet. Im zweiten Quartal hatte die Konjunktur sogar noch um 1,2 Prozent angezogen, so stark wie seit neun Jahren nicht mehr. Allerdings gehen Volkswirte davon aus, dass der Schwung nicht zu halten ist.

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Quelle: n-tv.de

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