Wirtschaft

HRE-VerstaatlichungLetztes Gefecht der Aktionäre

10.06.2010, 12:38 Uhr

Die Verstaatlichung der maroden Immobilienbank Hypo Real Estate beschäftigt weiter die Juristen. Das Münchner Landgericht behandelt eine Klage ehemaliger Aktionäre gegen den Zwangsausschluss.

2rhn4951-jpg8587532229768128869
Laut Daniela Bergdolt wäre ein Squeeze Out nicht notwendig gewesen. (Foto: dpa)

Die ehemaligen Aktionäre des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) geben ihren Kampf gegen die Verstaatlichung des Unternehmens nicht auf. Vor dem Landgericht München begann ein Prozess gegen den Zwangsausschluss der letzten Aktionäre durch den Bund.

Der Beschluss der Hauptversammlung für das sogenannte Squeeze Out der Anleger sei inhaltlich und formal fehlerhaft gewesen, sagte die Anwältin Daniela Bergdolt, die einen der insgesamt rund 40 Kläger vertritt.

Der Bund hatte die HRE nach der dramatischen Notlage im Herbst 2008 schrittweise in seinen Besitz gebracht. Als er bereits mehr als 90 Prozent an der HRE hielt, konnte er auf der Hauptversammlung im Oktober 2009 das Squeeze Out der letzten Anleger mit seiner Stimmenmehrheit durchbringen. Bei dem Treffen war es zeitweise zu tumultartigen Szenen gekommen, Aktionäre hatten dem Bund Diebstahl und Enteignung vorgeworfen.

Aus Sicht von Bergdolt wäre das Squeeze Out nicht nötig gewesen. Die Anleger hätten dadurch die Chance verpasst, von einer möglichen Sanierung der HRE zu profitieren. Für ihre Aktien erhielten sie eine Abfindung von 1,30 Euro je Aktie und verloren dadurch zum Teil zigtausende Euro gegenüber dem Kaufpreis der Papiere, die früher im Dax gelistet waren. Zahlreiche Anleger klagen vor dem Landgericht München auf Schadenersatz, ein Urteil gibt es aber noch nicht.

Quelle: dpa