Wirtschaft

Erfolg mit gepressten GasenLinde büßt Umsatz ein

04.03.2010, 14:50 Uhr

Der Industriegase-Spezialist Linde muss mit Blick auf das abgelaufene Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen, bleibt aber unter dem Strich in den schwarzen Zahlen. Aktionäre können aufatmen: Die Dividende steht.

Linde
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Industriegase-Spezialist Linde hat das Jahr 2009 mit einem deutlichen Umsatzrückgang abgeschlossen. Nach einem kräftigen Umsatzrückgang im Krisenjahr 2009 wagt der Konzern keinen Ausblick auf das laufende Jahr. Nach Angaben des Dax-Konzerns gingen die Erlöse nach den Rekordzahlen 2008 im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent auf 11,21 Milliarden Euro zurück. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 653 Millionen Euro nach 776 Millionen Euro im Vorjahr.

"Wir haben uns in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld sehr ordentlich geschlagen", sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 1,80 Euro je Aktie erhalten.

Die Zurückhaltung der Kunden bekam Linde vor allem im Anlagenbau zu spüren, dort fiel der Umsatz um 23,4 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro. Im größeren Bereich Gase sanken die Erlöse um 6,1 Prozent auf 8,93 Milliarden Euro. An der Börse sorgten die Zahlen für Enttäuschung. Zu weiteren Einzelheiten und den Perspektiven will sich Linde erst bei der Bilanzpressekonferenz am 17. März äußern.

Im vierten Quartal blieb der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach Angaben eines Sprechers nahezu stabil bei 644 Millionen Euro. Stärkere Auswirkungen auf den Gewinn konnte Linde im Gesamtjahr vor allem durch ein Sparprogramm verhindern, durch das bis 2012 insgesamt 650 bis 800 Millionen Euro eingespart werden sollen. "Wir konnten den Umsatz- und Ergebnisrückgang begrenzen und gleichzeitig unsere Produktivität weiter verbessern", sagte Reitzle.

Teil des Sparprogramms ist auch ein Abbau von Arbeitsplätzen. In den ersten neun Monaten war die Zahl der Mitarbeiter dadurch um 3600 auf 48.300 gesunken. Ein Teil der Stellen fiel auch in Deutschland weg. Die Kosten für die Umstrukturierungen belasteten den Konzern im vergangenen Jahr mit 83 Millionen Euro.

Quelle: wne/dpa