Business statt EconomyLufthansa wird optimistischer
Die Aktionäre der Lufthansa dürfen sich nach der Wirtschaftskrise wieder auf eine Dividende freuen. Dank eines Überschusses von rund einer halben Mrd. Euro in den ersten neun Monaten erwartet der Vorstand nun, dass die Voraussetzungen für eine Gewinnausschüttung im Gesamtjahr erfüllt werden.
Die Lufthansa rechnet nach
einem deutlichen Gewinnzuwachs im laufenden Jahr auch im kommenden Jahr mit einem
weiteren Ergebnisanstieg. Sollten die Treibstoffpreise nicht übermäßig steigen oder
die Flugsteuer in Deutschland die Nachfrage stark dämpfen, werde sich das Ergebnis
"weiter positiv entwickeln", teilte die größte deutsche Fluggesellschaft
in ihrem Geschäftsbericht mit. Im laufenden Jahr peilt der Konzern einen operativen
Gewinn von mehr als 800 Mio. Euro an und wird voraussichtlich eine Dividende ausschütten.
Im Passagiergeschäft steigt
die Nachfrage in der für den Konzern wichtigen Business- und Firstclass, vor allem
auf der Langstrecke. Das spiegelte sich im dritten Quartal auch in den Durchschnittserlösen
wider, die um 15,4 Prozent zulegten. Sie waren in der Krise deutlich zurückgegangen,
weil viele Kunden in die Economy-Klasse abgewandert waren.
Unter dem Strich verdiente
die Lufthansa in den ersten neun Monaten des Jahre 524 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum
waren es noch 31 Mio Euro. Für das erste Halbjahr 2010 hatte der Konzern angesichts
eines Pilotenstreiks und tagelanger Flugausfälle wegen der Vulkanasche aus Island
noch 104 Mio. Euro Verlust ausgewiesen. Der Umsatz kletterte kräftig um knapp 25
Prozent auf 20,2 Mrd Euro.
Die Frachttochter Cargo
verbuchte von Juli bis September ein operatives Plus von 86 Mio. Euro nach einem
Minus von 66 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Auch alle anderen Geschäftsfelder schrieben
operativ schwarze Zahlen.
Auch für 2011 stellte die
Lufthansa eine positive Ergebnisentwicklung in Aussicht. Unsicher sei jedoch, wie
sich die neue Flugticketsteuer auf die Nachfrage auswirkt. Zudem bestehe die Gefahr,
dass die Treibstoffpreise erneut kräftig steigen. Ein Sorgenkind bleibt für Lufthansa
angesichts der starken Konkurrenz durch Billigflieger das Europageschäft. Hier rechnet
Konzernchef Wolfgang Mayrhuber mit einem "unverminderten Preisdruck".