Bessere Zeiten für AutozuliefererMann+Hummel verlässt das Tal
Der Filterspezialist Mann+Hummel steht nicht im Rampenlicht der Wirtschaftswelt. Dennoch tut sich beim Autozulieferer Bemerkenswertes. Nach dem Grottenjahr 2009 entstehen hunderte neuer Jobs. Derzeit beschäftigt Mann+Hummel weltweit rund 13.000 Mitarbeiter.
Der Autozulieferer Mann+Hummel steuert nach Verlusten während der Krise auf einen Millionengewinn zu und hat in diesem Jahr weltweit mehr als 1000 neue Jobs geschaffen. "Wir werden in die schwarzen Zahlen zurückkehren und ein dreistelliges Millionenergebnis haben", sagte Unternehmenschef Alfred Weber. Doch für 2011 bremst Weber die Erwartungen für den Filterspezialisten.
"Wir werden die Grenze von zwei Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr überschreiten. Damit fahren wir höhere Erlöse ein als vor der Krise und jemals zuvor in der Unternehmensgeschichte", sagte der Unternehmenschef. Die Geschwindigkeit des Wachstums, die man in diesem Jahr gesehen habe, werde sich verlangsamen.
In den nächsten Monaten geht Weber zunächst auch nicht von vielen weiteren Neueinstellungen aus. "Im Jahresverlauf könnte es dann aber erneut eine leichte Aufstockung der Belegschaft geben." Im laufenden Jahr wurde ein Fünftel der 1000 neuen Beschäftigten im Boomland China eingestellt. In Deutschland wurden hingegen nur 80 neue Arbeitsplätze geschaffen. Zuvor hatte der Zulieferer im Krisenjahr 2009 gut 600 Jobs abgebaut, davon rund 250 in Deutschland. Derzeit beschäftigt der Filterspezialist weltweit rund 13.000 Mitarbeiter.
Viel Potenzial in Indien
Die Situation in Europa und den USA sei nach wie vor schwierig. "In Südamerika, besonders in Brasilien, läuft es für uns dagegen sehr gut. Auch in Asien werden wir 2011 noch deutliche Steigerungsraten sehen." Wichtigster Markt des Filterspezialisten ist derzeit Europa, hier macht Mann+Hummel rund 60 Prozent seines Umsatzes. "Das wird sich leicht verändern im nächsten Jahr, da wird unser Anteil in Asien und Amerika wachsen."
Viel Potenzial sieht der Unternehmenschef auch in Indien. "Indien bietet als Markt ähnliche Chancen wie China. Es ist aber sicherlich hinsichtlich der gesetzlichen Rahmenbedingungen etwas langsamer als ein zentral gesteuertes Land wie China", sagte Weber. Dafür könnte der Aufschwung hier kontinuierlicher und langsamer, Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum erfolgen.