Mitarbeiter mit ÜbergewichtMcDonald's soll zahlen
Die US-Schnellrestaurantkette bekommt die Verführungskräfte der eigenen Produktpalette zu spüren: Weil es für die Mitarbeiter einer Filiale angeblich zwölf Jahre lang in der Mittagspause nichts anderes als Pommes und Burger gab, verhängen brasilianische Richter nun eine kleine, aber höchst unangenehme Strafe.
Eine McDonald's-Filiale in Brasilien muss einem früheren Mitarbeiter umgerechnet 13.000 Euro Entschädigung zahlen, weil der Angestellte im Zuge seiner Tätigkeiten nicht unwesentlich Gewicht zugelegt hatte. Der Angestellte hatte im Lauf von zwölf Jahren in der Burger-Kette in Porto Alegre 30 Kilogramm zugenommen.
Schuld daran waren seiner Meinung nach Hamburger und Pommes. Ein Arbeitsgericht verurteilte die Filiale nun in zweiter Instanz zur Entschädigung wegen moralischer Schäden.
Nach Angaben eines Gerichtssprechers wog der Ex-Mitarbeiter vor Beginn seiner Arbeit in der Filiale zwischen 70 und 75 Kilo. Nach zwölf Jahren brachte er 105 Kilo auf die Waage. Er sei verpflichtet gewesen, die Produkte zu probieren, gab der Mann an.
Eine Frage der Verantwortung
Auch in den Pausen habe es nur Burger und Pommes gegeben. Die in Brasilien gesetzlich vorgeschriebenen Essenszuschüsse hätten nicht ausgezahlt werden können, klagte der Ex-Angestellte. Weil er so dick war, habe er Gesundheitsprobleme bekommen.
McDonald's wies die Darstellung zurück. In den Restaurants gebe es mehrere Angebote und zudem eine ausgewogene Speisekarte, die die Bedürfnisse der Mitarbeiter nach brasilianischem Recht erfüllte.
In erster Instanz war die Filiale nach Medienberichten noch zu einer Entschädigung in Höhe von umgerechnet knapp 21.000 Euro verurteilt worden. Das Urteil wurde in zweiter Instanz im Grundsatz bestätigt, die Summe aber verringert. Eine Berufung ist möglich. Der McDonald's-Franchise-Nehmer prüft nun weitere Rechtsschritte.