Wirtschaft
Die Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" auf dem Flughafen Tegel.
Die Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" auf dem Flughafen Tegel.(Foto: picture alliance / dpa)

Extra-Bau für 300 Millionen Euro: Mehdorn will zusätzliches BER-Terminal

Der Chef des skandalgeschüttelten Hauptstadtflughafens möchte die Planungen für die Anlage ausweiten und ein Terminal für Regierungsflüge eröffnen. Die Mehrkosten: offenbar rund 300 Millionen Euro.

Für den neuen Hauptstadtflughafen erwägt Geschäftsführer Hartmut Mehdorn den Bau eines zusätzlichen Abfertigungsgebäudes. Dort soll zunächst übergangsweise das Regierungsterminal für Staatsgäste der Bundesregierung untergebracht werden. Später könnten Billigfluggesellschaften das Gebäude nutzen, hieß es. Über die Pläne hatten bereits verschiedene Tageszeitungen berichtet. Der "Tagesspiegel" nannte in dem Zusammenhang Baukosten in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro - allerdings einschließlich der Hangars für die Maschinen der Flugbereitschaft der Bundeswehr und zusätzlicher Vorfeldflächen.

Die Flughafengesellschaft wollte zu den Plänen keine Stellung nehmen. Auf die Frage, ob eine Lösung für das Regierungsterminal gefunden sei, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel lediglich: "Wir sind auf einem gutem Weg."

Das zusätzliche Terminal würde die Kapazität des auf 27 Millionen Passagiere ausgelegten Flughafens BER in Schönefeld erhöhen. Dies ist wohl nötig, denn die Zahl der Fluggäste wird voraussichtlich bereits bei der Eröffnung höher sein.

Der Flughafen-Aufsichtsrat wird sich am kommenden Freitag mit dieser Frage ebenso beschäftigen wie mit dem Zeitplan bis zur Eröffnung des Flughafens. Er sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen. Seit der zurückliegenden Terminabsage im Januar 2013 wegen Bau- und Planungsmängeln wurde noch immer kein neues Datum genannt. Das von Mehdorn vorgeschlagene Zusatzterminal soll neben dem Nordpier entstehen. Es erhielte den Zeitungsberichten zufolge eine eigenständige Brandschutzanlage. Beim Hauptterminal funktioniert diese bislang nicht.

Mehdorn erzürnt

Mehdorn hatte zuletzt von den drei Eigentümern der Flughafengesellschaft - Bund, Berlin und Brandenburg - mehr Rückhalt für seine Arbeit gefordert. "Ein Aufsichtsrat muss Vertrauen in seine Geschäftsführung haben. Entweder er traut seiner Geschäftsleitung, oder er sucht sich eine neue. Dazwischen gibt es nichts", sagte er dem "Tagesspiegel". In einem Brief an den scheidenden Aufsichtsratschef Klaus Wowereit hatte sich Mehdorn vor einer Woche gegen externe Kontrolleure für den Hauptstadtflughafen gewehrt.

Das Bundesverkehrsministerium vermied es, klar für Mehdorn Stellung zu beziehen. Auf die Frage, ob der Flughafenchef weiterhin Rückhalt besitze, verwies ein Sprecher auf die Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag. Er wolle dies nicht "singulär" aus Sicht des Minderheits-Eigentümers beantworten. Die Flughafengesellschaft gehört zu jeweils 37 Prozent den Ländern Brandenburg und Berlin sowie zu 26 Prozent dem Bund.

Quelle: n-tv.de

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