Aufblasbare Pneu-PreiseMichelin sieht Spielraum
Jeder Pkw hat vier Räder: Mit den jüngsten Verkaufserfolgen der Autobauer rauschen auch die Reifenhersteller in den Aufschwung. Der französischen Conti-Rivalen Michelin folgt den Deutschen zurück in die schwarzen Zahlen.
Der Aufschwung am Reifenmarkt hat dem französischen
Conti-Rivalen Michelin den Weg zurück in die Gewinnzone eröffnet. Der Nettogewinn
kletterte in der ersten Jahreshälfte auf 503 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatten die Franzosen einen Verlust von
119 Mio. Euro hinnehmen müssen. Der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf 8,35 Mrd. Euro, teilte Michelin am Firmensitz in Clermont-Ferrand
mit.
Vor diesem Hintergrund startet das Unternehmen optimistisch in
die zweite Jahreshälfte. Bei Michelin rechnet man weiter mit einer Markterholung. Für das Gesamtjahr
werde eine operative Marge von knapp neun Prozent angepeilt.
Gekoppelt an Öl und Kautschuk
Zwar seien die Rohstoffkosten
derzeit relativ hoch, hieß es. Weitere Steigerungen kann das Unternehmen nicht ausschließen. Allerdings sieht Michelin in dieser Frage noch Spielraum, die steigenden Einkaufskosten durch
eigene Preiserhöhungen abzufedern und damit etwaige Mehrbelastungen wie bisher an die Kunden weiterzureichen.
Im zweiten Halbjahr sollen die
Preise für Ersatzreifen in Europa erneut um drei Prozent steigen. Für 2010 bestätigte
der Konzern sein Ziel eines mindestens zweistelligen Umsatzwachstums.
Im Erstausrüstergeschäft liegt Nordamerika mit einem Wachstum
von 71 Prozent an erster Stelle. Bei den Ersatzreifen entwickelten sich die Märkte
in Brasilien, Argentinien und Kolumbien besonders gut.
Der Markt für Lastwagenreifen
ist in Südamerika um 53 Prozent gewachsen. Das liege unter anderem an neuen staatlichen
Hilfen für den Kauf von Lastwagen in Brasilien. Michelin baut derzeit seine Reifenproduktionen
in Brasilien, China, Indien und Russland aus. Der Konzern beschäftigt mehr als 117.000 Mitarbeiter
und ist mit gut 17 Prozent Marktanteil Weltmarktführer.
Am Vortag hatte Continental aus Hannover bereits einen deutlich gestiegenen Umsatz im ersten Halbjahr bekannt gegeben. Die Erlöse stiegen bei den Deutschen um 40 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,011 Mrd. Euro.