Pumpen auf hohem NiveauOpec lässt den Hahn auf
Das derzeitige Preisniveau am Rohölmarkt scheint die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten zufriedenzustellen. Das Kartell der Lieferländer hält offiziell an seinen bisherigen Fördermengen fest.
Die Organisation der Öl-Förderstaaten ("Organization of Petroleum Exporting Countries", Opec) beschloss die Beibehaltung der derzeit gültigen Fördermengen bei einem Treffen in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Über die Fördermenge versucht die Opec, die am Markt verfügbaren Rohölmengen zu beeinflussen und damit den Preis in einer gewünschten Bandbreite zu halten.
Der Preis für ein Fass Öl hat sich in diesem Jahr fast verdoppelt, nachdem er in der globalen Wirtschaftskrise massiv eingebrochen war. Nach der Opec-Entscheidung am Dienstag kostete ein Barrel US-Leichtöl 73,51 Dollar.
Der saudische Ölminister Ali al-Naimi hatte bereits vor Beginn des Treffens gesagt, mit dem derzeitigen Preis zwischen 70 und 80 Dollar pro Fass seien sowohl die Produzenten als auch Investoren und Verbraucher zufrieden.
Schwer kontrollierbar
Streit gibt es innerhalb der Opec allerdings um die Einhaltung bereits beschlossener Fördermengen. Al-Naimi und mehrere weitere Minister kritisierten, dass nicht alle Länder ihre Exportmengen reduziert hätten.
Während Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait ihre Kürzungen größtenteils oder vollständig umgesetzt haben, machten Angola, Nigeria und der Iran bisher nur wenige Zugeständnisse.
Beobachter gehen davon aus, dass die großen Industrienationen mit ihren Lagerbeständen mittlerweile den Öl-Bedarf für rund 60 Tage abdecken können.