Wirtschaft
"Volkswagens Gebaren ist besonders ruchlos": Der Pensionsfonds fordert Millionen zurück.
"Volkswagens Gebaren ist besonders ruchlos": Der Pensionsfonds fordert Millionen zurück.(Foto: REUTERS)

Millionenschaden in Kalifornien: Pensionsfonds verklagt VW

Neuer Ärger für VW: Die Wolfsburger Konzernzentrale bekommt es bei der juristischen Aufarbeitung des Abgas-Skandals mit einem gewichtigen Gegner zu tun. Ein Pensionsfonds aus Kalifornien bereitet eine eigene Klage vor.

Europas größer Automobilkonzern Volkswagen muss sich in der Affäre um manipulierte Abgaswerte mit einem weiteren großen Gegenspieler auseinandersetzen. Der kalifornische Pensionsfonds CalSTRS (California State Teachers' Retirement System) kündigte an, den Hersteller aus Deutschland auf Schadenersatz verklagen zu wollen. Der Pensionsfonds bezieht sich dabei auf Kursverluste in Millionenhöhe, die dem einflussreichen Großinvestor im Zuge des Diesel-Skandals entstanden waren.

Es gehe darum, VW und der ganzen Autobranche ein klares Zeichen zu setzen, dass illegale Praktiken nicht toleriert würden, teilte CalSTRS-Chef Jack Ehnes mit. "Volkswagens Gebaren ist besonders ruchlos, weil sich das Unternehmen als fortschrittlicher Vertreter des Umweltschutzes vermarktet hat."

Klage in Deutschland

Der Pensionsfonds zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art in den Vereinigten Staaten: Im CalSTRS sind die Renten Hunderttausender Lehrer und ihrer Angehöriger im Bundesstaat Kalifornien gebündelt. Zum Jahreswechsel hielt der Fonds VW-Aktien im Wert von 52 Millionen Dollar (47 Millionen Euro). Die Papiere haben seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals im September erheblich an Wert verloren.

Der Fonds habe die Kanzlei Quinn Emanuel und den Prozessfinanzierer Bentham Europa verpflichtet, um vor deutschen Gerichten Klage gegen die Volkswagen AG einzureichen. Dass die Kalifornier nicht vor einem US-Gericht gegen VW vorgehen, dürfte erleichterte Reaktionen auslösen: Selbst im ungünstigsten Fall sind hier aus einer solchen Klage keine Milliardenbußen zu erwarten.

Rückschlag für VW?

Für VW kommt der Schritt der Amerikaner dennoch ungelegen. Erst Mitte der Woche hatte der Dax-Konzern Aktionärs-Klagen im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal generell als "unbegründet" zurückgewiesen. Das Unternehmen ist der Auffassung, alle Informationspflichten befolgt zu haben.

Der Skandal war am 18. September durch das US-Umweltamt an die Öffentlichkeit gelangt. VW gab zwei Tage später zu, seit 2009 in großem Stil Abgaswerte mit einer speziellen Manipulationssoftware gefälscht zu haben. Zahlreiche Investoren klagen mit der Begründung, der Konzern habe zu spät informiert und somit seine kapitalmarktrechtliche Publizitätspflicht verletzt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen