Mittwoch, 13. Januar 2010
Heuschrecke schwirrt davon: Permira-Ausstieg bei Freenet
Der Finanzinvestor Permira hat seinen Ausflug in den Telekom-Sektor in Deutschland nach fast sechs Jahren beendet. Permira trennte sich für knapp 115 Millionen Euro vom Rest seiner Beteiligung am Mobilfunkdienstleister Freenet. 10,1 Prozent an Freenet seien innerhalb weniger Stunden zu je 8,90 Euro platziert worden, teilte die Beteiligungsfirma mit. Den Großteil der Beteiligung von ursprünglich 25 Prozent hatte die Permira-Holding Telco bereits im September für 180 Millionen Euro losgeschlagen.
Damit bleiben Freenet nur noch die Rivalen United Internet (UI) und Drillisch als Großaktionäre. Erst zu Jahresbeginn hatte die niederländische Cyrte Investments, die zum Versicherer Delta Lloyd gehört, sich von ihrem dreiprozentigen Anteil getrennt.
Permira war 2004 bei dem Stuttgarter Mobilfunkdienstleister Debitel eingestiegen. Unter der Ägide des Finanzinvestors kaufte Debitel erst den Rivalen Talkline und die Handy-Ladenkette dug. 2008 verkaufte Permira das gesamte Unternehmen an Freenet.
Mit Hilfe von Permira verhinderte der damalige Freenet-Chef Eckhard Spoerr zunächst zwar eine Zerschlagung des Konzerns, auf die es UI und Drillisch abgesehen hatten. Inzwischen ging das Breitband-Geschäft aber billig an UI, der hoch profitable Speicherplatz-Anbieter wird an die Deutsche Telekom verkauft. Das Kerngeschäft besteht aus den Mobilfunk-Marken Mobilcom und Debitel.
wne/rts
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