Aktie stürzt abPfleiderer leidgeprüft
Der Bau- und Möbelzulieferer Pfleiderer rechnet für 2010 mit einem bedrohlich hohen Verlust. Nach vorläufigen Zahlen wird der Fehlbetrag mehr als der Hälfte des Grundkapitals aufzehren. Die Anleger reagieren mit kräftigen Kursabschlägen auf die Nachricht.
Die Horrormeldungen beim Holzverarbeiter Pfleiderer reißen nicht ab: Sonderkosten für den laufenden Umbau des bayerischen Konzerns sowie Abschreibungen in erheblicher Höhe werden 2010 für tiefrote Zahlen sorgen, wie Pfleiderer in Neumarkt mitteilte.
"Die Abschreibungen betreffen vornehmlich Konzerngesellschaften in Nordamerika und Westeuropa und spiegeln insbesondere die gesunkenen Geschäftserwartungen des anhaltend schwachen nordamerikanischen Marktes wider." Die genaue Höhe des Verlusts steht noch nicht fest.
Im Einzelabschluss von Pfleiderer, der auf dem deutschen Bilanzstandard HGB basiert, werde für 2010 ein Fehlbetrag ausgewiesen werden, der mehr als die Hälfte des Grundkapitals der AG aufzehre, hieß es weiter. Pfleiderer ist deswegen gesetzlich gezwungen, unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.
Verflüchtigungsprozess aufhalten
An der Börse sorgten die Nachrichten für Verkäufe: Pfleiderer-Papiere stürzten zeitweise um zehn Prozent auf 1,53 Euro ab und waren damit größter Verlierer im Kleinwerte-Index SDax. Im laufenden Jahr büßte der krisengeschüttelte Holzverarbeiter bereits mehr als ein Drittel seines Börsenwertes ein.
In Unternehmenskreisen hieß es, alle absehbaren Belastungen sollten in den Abschluss für 2010 gesteckt werden. So könne im HGB-Einzelabschluss ein Verlust von mehr als 300 Mio. Euro anfallen. Mit dem Sanierungskonzept, das gerade erarbeitet wird, wolle Pfleiderer dann 2011 wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen. Dem Konzern hatten zuletzt hohe Rohstoffkosten, fallende Margen und Überkapazitäten in wichtigen Märkten zu schaffen gemacht.
Pfleiderer teilte zudem mit, den Umsatz 2010 um über acht Prozent gesteigert zu haben. 2009 hatten sich die Erlöse auf 1,38 Mrd. Euro summiert. Zudem würden die bereits eingeleiteten Maßnahmen - vor allem Werksschließungen in Deutschland, die Kapazitäten aus dem Markt nehmen - erste Früchte tragen: "Zum Jahresauftakt 2011 konnten deutliche Preiserhöhungen für Rohspanplatten sowie beschichtete Platten durchgesetzt werden und damit der Grundstein für eine nachhaltige Margenverbesserung der Gesellschaft gelegt werden."