Wirtschaft

Unregelmäßigkeiten in UngarnRazzia bei Obermann

13.09.2010, 14:53 Uhr

Die Bonner Staatsanwaltschaft geht einem Verdacht der Bestechung oder der Beihilfe zur Bestechung bei der ungarischen Telekom-Tochter Magyar Telekom nach. Die Ereignisse liegen fünf Jahre zurück. Obermann, damals Chef der internationalen Telekom-Mobilfunksparte, weist ein angebliches Fehlverhalten seinerseits zurück.

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Anangemeldeter Besuch bei Rene Obermann. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat einem Magazinbericht zufolge die Wohnung von Telekom-Chef Rene Obermann durchsucht. Bei der Razzia Ende August sei umfangreiches Material beschlagnahmt worden, berichtete die "Wirtschaftswoche".

Die Strafverfolger ermittelten im Auftrag der US-Börsenaufsicht SEC und des US-Justizministeriums gegen acht Telekom-Manager wegen des Verdachts der Bestechung oder der Beihilfe zur Bestechung bei der ungarischen Telekom-Tochter Magyar Telekom.

Die Vorfälle lägen rund fünf Jahre zurück, hieß es. Obermann war damals Chef der internationalen Mobilfunksparte der Telekom und als solcher auch für das Ungarn-Geschäft verantwortlich.

"Vorwürfe sind haltlos"

Der 47-jährige Manager bestreitet ein Fehlverhalten. "Rene Obermann stellt ausdrücklich fest, dass die Vorwürfe haltlos sind und sich dies auch in Kürze zeigen werde", sagte ein Konzernsprecher. Ähnliche Ermittlungen in anderen Ländern sein bereits eingestellt worden. Die Telekom arbeite wegen der Vorwürfe bereits seit Jahren mit den Ermittlern zusammen.

Der Bonner Staatsanwaltschaft Friedrich Apostel wollte sich nicht zu Details der Razzia nicht äußern. Anlass der großangelegten Durchsuchungen vor zwei Wochen sei ein Rechtshilfeersuchen aus Amerika gewesen, sagte er lediglich.

Die US-Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen, da die T-Aktie seinerzeit noch an der New Yorker Börse gehandelt wurde. Mittlerweile wurde die Börsennotiz gelöscht.

Razzia bereits am 31. August

Bei den Ermittlungen geht es der "Wirtschaftswoche" zufolge um Geschäfte der Magyar Telekom und einiger anderer Tochtergesellschaften in Osteuropa, die angeblich Schmiergelder in Millionenhöhe an Regierungsbeamte gezahlt haben sollen, um bei der Regulierung des Marktes und bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen Vorteile zu bekommen.

Am 31. August hätten deshalb rund 70 Beamte sowohl Büros in der Bonner Telekom-Zentrale als auch die Privatwohnungen von mehreren Führungskräften nach Beweisen durchsucht, darunter auch die von Obermann.

Quelle: rts