Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Konzernchef gesteht Bestechungen: Rheinmetall akzeptiert 37-Millionen-Strafe

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall bekennt sich ganz offen zu den Vorwürfen von Schmiergeld-Zahlungen bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland - und akzeptiert eine Strafe in Millionenhöhe.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall akzeptiert im Zusammenhang mit umstrittenen Griechenland-Geschäften ein vom Oberstaatsanwalt Bremen verhängtes Bußgeld in Höhe von mehr als 37 Millionen Euro. Der Konzern betonte in einer Mitteilung, damit ende das Unternehmensstrafverfahren gegen die Bremer Tochtergesellschaft Rheinmetall Defence Electronis (RDE).

Der Chef des Düsseldorfer Konzerns, Armin Papperger, gab im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" offen zu, dass sein Unternehmen im Ausland bestochen habe: "Bei Rheinmetall sind Fehler gemacht worden, dafür stehen wir gerade", sagte Papperger im Gespräch mit der Zeitung. "Herumlavieren hätte uns gar nichts gebracht." Deshalb habe er mit seinen Vorstandskollegen und ebenso wie der Aufsichtsrat des Konzerns einen Bußgeldbescheid akzeptiert.

Es ging um den Vorwurf, es habe bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland unerlaubte Zahlungen durch einen Repräsentanten des Unternehmens in Griechenland gegeben. Konkret ging es um den Verkauf des Luftabwehrsystems Asrad - laut "Süddeutscher Zeitung" ein Deal über 150 Millionen Euro. Dieser sei durch Bestechung zustande gekommen.

Der Rheinmetall-Tochter RDE wurde nach Unternehmensangaben im Rahmen des Ordnungswidrigkeitsverfahrens zur Last gelegt, durch einen Mangel an internen Kontrollen die verdächtigen Zahlungen an den Vertriebspartner nicht aufgedeckt und unterbunden zu haben.

Griechenland hatte im vergangenen Jahrzehnt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Dies war einer der Gründe für die enorme Verschuldung des Landes. Mehrere Rüstungskonzerne waren wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen an Griechenland unter Druck geraten.

Quelle: n-tv.de

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