Wirtschaft
Der russische Ölkonzern Rosneft darf sich auf dem US-Finanzmarkt langfristig kein Geld leihen.
Der russische Ölkonzern Rosneft darf sich auf dem US-Finanzmarkt langfristig kein Geld leihen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wirken Sanktionen bereits?: Russischer Ölkonzern braucht Finanzhilfe

Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft kommt laut einem Zeitungsbericht in Bedrängnis. Konzernchef Setschin habe die russische Regierung um Milliardenhilfe ersucht. Ob er diese bekommt, sei jedoch fraglich.

Wegen der Sanktionen des Westens hat der staatliche russische Ölkonzern Rosneft einem Zeitungsbericht zufolge die Regierung um Milliardenhilfen gebeten. Konzernchef Igor Setschin habe vorgeschlagen, dass der russische Staatsfonds Rosneft-Anleihen kaufen solle, berichtete das Wirtschaftsblatt "Wedomosti" unter Berufung auf Regierungskreise.

Demnach gibt es ein Schreiben von Ministerpräsident Dmitri Medwedew mit der Anweisung, den Vorschlag zu prüfen. Der Zeitung zufolge schlägt Setschin Hilfen von 1,5 Billionen Rubel (31 Milliarden Euro) vor. Allerdings sei das meiste Geld des Staatsfonds bereits in andere Projekte investiert, hieß es. Es sei unwahrscheinlich, dass Medwedew den Plan unterstütze. Ein Behördenvertreter habe den Vorschlag als "entsetzlich" verworfen. Rosneft lehnte einen Kommentar ab.

Die Summe entspricht genau der Verschuldung von Rosneft zur Jahresmitte. Das Unternehmen muss nach eigenen Angaben in diesem Jahr 440 Milliarden und 2015 weitere 626 Milliarden Rubel zurückzahlen. Rosneft ist der größte Ölkonzern des Landes.

Reichen Russlands Reserven?

Experten weisen immer wieder darauf hin, dass Russland mit seinen Währungsreserven von rund 500 Milliarden US-Dollar (374 Milliarden Euro) versuchen könnte, die Auswirkungen von Sanktionen auf die heimische Wirtschaft abzufedern. Jedoch könnten die Devisenreserven "nicht unbegrenzt zur möglichen Kompensation von weniger ausländischer Refinanzierung eingesetzt werden", hatte Gunter Deuber, Leiter der Osteuropaanalyse bei der Raiffeisen Bank International, erst kürzlich im Interview mit n-tv.de gesagt.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, hatte betont, dass ein Großteil der Devisenreserven in den USA und EU liegt, was zu einem Problem für Russland werden könnte. Gleichzeitig geht der Forscher davon aus, dass die Finanzsanktionen der USA und Europas gegen Russland sich sofort auswirkten. Fratzscher rechnet zudem damit, dass die russische Wirtschaft dieses Jahr aufgrund der Straf-Maßnahmen in eine Rezession fällt.

Rosneft kann sich in den USA kein Geld mehr leihen

Wegen des Konfliktes in der Ukraine hat der Westen russische Firmen mit Sanktionen belegt. So darf sich Rosneft auf dem US-Finanzmarkt langfristig kein Geld mehr leihen. Dies betrifft Anleihen und Darlehen, die eine Laufzeit von mehr als drei Monaten haben.

Rosneft wäre nicht der erste Konzern, der die Regierung um Staatshilfe bittet. Dies haben etwa die Gazprombank, die Vnesheconombank (VEB) und die Russian Agricultural Bank (Rosselkhozbank) getan. Die drei Unternehmen sind ebenfalls von Strafmaßnahmen betroffen.

Die USA und die EU wollen Russland mit den Sanktionen dazu bewegen, auf die Separatisten im Osten der Ukraine mäßigend einzuwirken. Sie werfen der Regierung in Moskau außerdem vor, die Kämpfer zu unterstützen. Dies weist Russland zurück.

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Quelle: n-tv.de

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