Wirtschaft
Standard & Poor's hatte die Herabstufung angekündigt. Wann ziehen die anderen beiden großen Agenturen nach?
Standard & Poor's hatte die Herabstufung angekündigt. Wann ziehen die anderen beiden großen Agenturen nach?(Foto: picture alliance / dpa)

Weitere Sanktionen drohen: S&P senkt Russland auf Ramschniveau

Als erste der drei großen Ratingagenturen senkt Standard & Poor's die Bonität Russlands aus Ramschniveau. Das Land wird immer unattraktiver für Investoren: Der Rubel verfällt, die Wirtschaftskrise dauert an und neue Sanktionen stecken schon in den Startlöchern.

Für die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonität Russlands kein Investmentgrade-Niveau mehr. Sie stufte das Rating als erste der drei großen Agenturen auf BB+ von BBB- und damit auf Ramschniveau ab. Der Ausblick ist negativ.

Die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten Russlands hätten sich eingetrübt, hieß es zur Begründung. Das Finanzsystem werde schwächer, was die Möglichkeiten der Notenbank in der Geldpolitik begrenze. Grund seien die erhebliche Rubel-Abwertung und die vom Westen auferlegten Sanktionen.

Der durch Kapitalflucht und den massiven Verfall der Ölpreise unter Druck geratene russische Rubel reagierte mit starken Verlusten auf die Mitteilung. Zwischenzeitlich mussten über 68 Rubel für einen US-Dollar bezahlt werden - über fünf Prozent mehr als vor der Bekanntgabe des neuen Ratings. Russland droht in diesem Jahr wegen der westlichen Sanktionen und des Ölpreiseinbruchs eine tiefe Rezession. Bei den Ratingagenturen Moody's und Fitch hat das Land derzeit aber noch "Investment-Status".

Greifen die Separatisten an, drohen Sanktionen

Starten die pro-russischen Separatisten eine neue Großoffensive in der Ostukraine, drohen ihren Schutzherren in Moskau weitere Wirtschaftssanktionen. Das kündigten der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein lettischer Amtskollege Edgars Rinkevics an. "Eine Offensive breit angelegt, das wäre eine qualitative Änderung der Situation, die uns reagieren lassen müsste", sagte Steinmeier. Er forderte Russland auf, die Vereinbarungen der vergangenen Woche einzuhalten und "klare Ansagen zu machen".

In den letzten Tagen hatten die Rebellen die strategisch wichtige Stadt Mariupol angegriffen, mindestens 30 Menschen kamen ums Leben. Nach harten Gefechten sind die Kämpfe aktuell abgeklungen. Steinmeier und Rinkevics warnten eindringlich vor einem neuen Sturm auf die Hafenstadt. "Weitere Angriffe auf Mariupol wären eine qualitative Verschlechterung", betonte auch der lettische Außenminister. Sein Land hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Im Falle neuer Angriffe würden in Brüssel umgehend Vorbereitungen für neue Strafmaßnahmen eingeleitet, erklärte Rinkevics. Die Außenminister der EU-Staaten kommen am Donnerstag zusammen. Vergangene Woche hatte Russland bei Gesprächen in Berlin versichert, auf die Rebellen einzuwirken, damit aus den besonders umkämpften Gebieten schweres Kriegsgerät abgezogen wird. Die Separatisten erklärten die Vereinbarungen aber für gescheitert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen