Nach gutem HalbjahrSchaeffler erhöht Prognose

Der Schuldenberg ist zwar nur unwesentlich kleiner, dennoch blickt Schaeffler positiv auf das abgelaufene Halbjahr zurück. Umsatz, Ergebnis und Gewinn legen zu. Grund genug, die Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.
Nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr setzt sich der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler etwas höhere Ziele für 2011. "Wir rechnen nun mit einem Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent", kündigte Konzernchef Jürgen Geißinger an. Bisher hatte er ein Plus von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt.
Im zweiten Halbjahr schwächten sich zwar die Wachstumsraten ab, es sei aber weiter von einer hohen Nachfrage auszugehen. "Ich sehe im Moment überhaupt keine Anzeichen, dass es nach unten geht", sagte Geißinger. Die Verschärfung der Schuldenkrise in Europa und den USA und die Turbulenzen an den Börsen hätten "keine Auswirkungen" auf das Geschäft.
Erlöszuwachs
Der Konzernchef hält einen erneuten Einbruch der Weltwirtschaft für unwahrscheinlich. Sollte er kommen, könne Schaeffler schnell reagieren. "Wir sind darauf vorbereitet", sagte Geißinger. "Wir sind aber auch auf weiteres Wachstum vorbereitet."
So sei etwa davon auszugehen, dass die globale Autoproduktion in diesem Jahr um vier Prozent zulegen werde. Das Geschäft mit der Fahrzeugindustrie sorgt bei Schaeffler für den Löwenanteil der Erlöse.
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz in der Sparte Automotive um 16 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Das Industriegeschäft legte, getrieben vor allem von den Bereichen Produktionsmaschinen und Antriebstechnik, um 25 Prozent auf rund 1,7 Mrd. Euro zu. Im Konzern stieg der Umsatz insgesamt auf 5,4 Mrd. Euro - das sind 18 Prozent mehr als vor Jahresfrist.
Ebit-Marge verbessert
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um ein Fünftel auf 883 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 641 Mio. Euro; vor Jahresfrist stand noch ein Nettoverlust von 260 Mio. Euro zu Buche. Die Beteiligung am Autozulieferer Continental steuerte 195 Mio. Euro bei. Schaefflers Umsatzrendite (Ebit-Marge) verbesserte sich im ersten Halbjahr auf 16,4 Prozent. Für das
Gesamtjahr peilt der Konzern weiter eine Rendite von über 13 Prozent an. Weil die Kapazitäten massiv aufgebaut würden und mit höheren Material- und Personalkosten zu rechnen sei, ließ Geißinger die Prognose hier unverändert.
"Kein Zeitplan für eine Fusion"
Die Verschuldung ging zum 30. Juni auf gut 6 Mrd. Euro zurück, nach dem ersten Quartal waren es noch 6,1 Mrd. Euro. Schaeffler hatte vor mehr als zwei Jahren den weitaus größeren Hannoveraner Konzern Continental übernommen und sich dafür tief in die Schulden gestürzt. In der Finanzkrise führte dies fast zum Kollaps des fränkischen Unternehmens. Im März kündigte Schaeffler an, seine Beteiligung auf gut 60 von 75 Prozent zu reduzieren und mit dem Erlös einen Teil seines Milliardenschuldenberges abzutragen.
Auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss mit Conti sagte Geißinger, der Stand sei unverändert. "Es gibt keinen Zeitplan für eine Fusion." Die beiden Unternehmen arbeiteten gut zusammen. "Wir sind damit sehr zufrieden." In einer Wachstumsphase sei dies wichtiger als eine Fusion.