Durchbruch geschafftSchienen-Branchentarif kommt
Im Schienenpersonennahverkehr gibt es erstmals einen Branchentarifvertrag. Mit dessen Hilfe soll ein Wettbewerb zwischen der Bahn und Privatkonkurrenten um Aufträge im Regionalverkehr auf Kosten der Beschäftigten verhindert werden. Die Einigung kommt unter Leitung des Schlichters Struck zustande.
Der Branchentarifvertrag im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) steht. Darauf hätten sich die Deutsche Bahn und ihre sechs großen privaten Konkurrenten mit der Gewerkschaft EVG nach der Schlichtung unter dem SPD-Politiker Peter Struck geeinigt, erklärten die Privatunternehmen in Berlin.
Mit dem Branchentarifvertrag soll ein Wettbewerb zwischen der Bahn und Privatkonkurrenten um Aufträge im Regionalverkehr auf Kosten der Beschäftigten verhindert werden. In den nächsten Jahren wird fast die Hälfte aller Regionalstrecken, die die Masse des Bahnverkehrs bilden, neu ausgeschrieben. Der neue Branchentarifvertrag tritt zum 1. Februar in Kraft.
Mit dem Branchentarifvertrag werde erstmals die Eigenständigkeit der Branche anerkannt, erklärten die Privatunternehmen Abellio, Arriva, BeNex, Hessische Landesbahn, Keolis und Veolia Verkehr. Sie wollten nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft den Aufgabenträgern empfehlen, den Branchentarifvertrag zur Grundlage für künftige Ausschreibungen zu machen und so einen Mindeststandard für alle Unternehmen der Branche setzen.
Vom Zustandekommen des Branchentarifvertrags hatte die Bahngewerkschaft EVG einen Abschluss der Lohntarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn abhängig gemacht, bei denen es zuletzt Fortschritte gegeben hatte.
Die angebotene Lohnerhöhung von rund drei Prozent könne akzeptiert werden, wenn es bei Schichtzulage, Altersvorsorge und Urlaubsgeld Verbesserungen gäbe, hatte die EVG-Kommission vergangene Woche erklärt. Die Gewerkschaft war mit einer Forderung im Volumen von sechs Prozent in die Gespräche gegangen.