Wirtschaft

Der Ball muss rollen: Sky braucht die Bundesliga

Sky Deutschland schreibt immer noch Verluste. Jüngst sind sie sogar wieder gestiegen. Ein Grund dafür sind auch die hohen Kosten für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga. Finanzchef Tomsic nimmt das aber gern in Kauf.

Trotz der hohen Kosten für die Übertragungsrechte bleibt die Fußball-Bundesliga der Traumpartner für den Bezahlsender Sky Deutschland. "Die Bundesliga ist ein Produkt, mit dem wir am liebsten für die nächsten Jahrzehnte verbunden bleiben wollen", sagte der Finanzchef des Fernsehsenders, Steven Tomsic, der "Börsen-Zeitung". Die Kosten für Bundesliga-Rechte liegen nach den Worten des Managers derzeit bei 486 Millionen Euro pro Jahr.

Die vorherige Tranche hatte noch mit 250 Millionen Euro pro Jahr zu Buche geschlagen. Allerdings seien die Rechte inzwischen umfangreicher. Ziel sei, den Konzern so zu rüsten, dass er stark genug sei, "bei der nächsten Ausschreibung wieder den Zuschlag zu bekommen."

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatten die Bundesliga-Rechte ein Loch in die Zwischenbilanz von Sky Deutschland gerissen: Der Nettoverlust war um 42 Prozent auf 53 Millionen Euro gestiegen. Operativ schrieb die Tochter des US-Medienkonzerns 21st Century Fox von Rupert Murdoch einen Ebitda-Verlust von 8,6 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte hier noch ein Gewinn von 5,8 Millionen Euro gestanden.

Mittelfristig will das Unternehmen auch seine Finanzierungsstruktur ändern. Ziel sei, das Unternehmen auf die eigenen Füße zu stellen, sagte Tomsic weiter. Zuletzt hatte Sky Anfang 2013 den Finanzrahmen neu gestaltet. Sollte die Lage auf dem Kapitalmarkt dann noch ähnlich günstig sein wie heute, könnte eine Refinanzierung einen "bedeutenden Mehrwert" schaffen. Das werde 2014 nicht mehr der Fall sein. Doch 2015 gebe es "möglicherweise eine Chance", so Tomsic weiter.

Keine Angst vor Netflix

In Online-Videotheken wie dem auf den deutschen Markt strebenden Netflix, dem zu ProSiebenSat1 zählenden Dienst Maxdome oder Watchever, der zum französischen Vivendi -Konzern gehört, sieht Tomsic keine Konkurrenz. "Wir haben bisher (...) noch keinerlei Auswirkungen auf die Zahl unserer Abonnenten festgestellt", sagte der Finanzchef. "Ganz im Gegenteil: Wir glauben, es kann nur gut für das Pay-TV im Ganzen sein, wenn hierzulande mehr darüber gesprochen wird."

Erst in der vergangenen Woche hatte Netflix angekündigt, noch in diesem Jahr in Deutschland an den Start gehen zu wollen. Derzeit hat die börsennotierte Firma weltweit 48 Millionen zahlende Kunden, 36 Millionen davon in den Vereinigten Staaten. Bekannt ist sie etwa für die eigenproduzierte Erfolgsserie "House of Cards" mit Kevin Spacey in der Hauptrolle, die auf einer BBC-Miniserie aus den 1990er Jahren basiert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen