Freitag, 12. März 2010
An Murdochs kurzer Leine: Sky ist Chefsache
Medienmogul Rupert Murdoch schickt seine rechte Hand Charles Carey als Kontrolleur zum Bezahlfernsehsender Sky (ehemals Premiere). Carey, hinter Murdoch die Nummer zwei beim Medienkonzern News Corp, soll in den Sky-Aufsichtsrat kommen. Vom Hauptquartier in New York lenkt Carey das Auslandsgeschäft des Konzerns.
Der prominente Neuzugang im Sky-Aufsichtsrat dürfte den Spekulationen um eine Komplettübernahme des Bezahlsenders durch Murdoch weitere Nahrung geben. Derzeit hält Murdoch 45 Prozent. Sky-Aktien schlossen am Freitag 4,5 Prozent höher auf 2,10 Euro.
Neben Carey sollen Sky zufolge noch der Rechtsanwalt Michael Arnold sowie Katrin Wehr-Seiter, ehemalige Managerin bei der Beteiligungsgesellschaft Permira, neu in das auf neun von bislang sechs Mitglieder erweiterte Kontrollgremium einziehen. Der hochdefizitäre Münchner Sender möchte mit dem Schritt "von der Sachkenntnis der zusätzlichen Mitglieder profitieren".
Massive Kapitalerhöhung geplant
Zudem will Sky auf der Hauptversammlung am 23. April seine Aktionäre um Erlaubnis darum bitten, bei Bedarf eine kräftige Kapitalerhöhung durchzuführen. In den nächsten fünf Jahren dürfte der Sky-Vorstand damit 50 Prozent neue Aktien ausgeben.
Murdoch war 2008 bei Premiere eingestiegen, hatte das Management mit eigenen Leuten besetzt und zur Rettung des Senders mehrere Kapitalspritzen organisiert. Trotz hoher Investitionen konnte der von Murdoch eingesetzte Senderchef Mark Williams 2009 jedoch nicht genug neue Abonnenten locken.
Im Dezember 2009 kündigte Williams seinen Rückzug an: Neuer Boss ist Brian Sullivan vom britischen Schwestersender BSkyB.
wne/rts
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