Wirtschaft
Mit dem Ölbohrschiff "Rowan Renaissance" suchte Repsol nach dem schwarzen Gold.
Mit dem Ölbohrschiff "Rowan Renaissance" suchte Repsol nach dem schwarzen Gold.(Foto: picture alliance / dpa)

Jubel im Urlaubsparadies: Spanien bricht Suche nach Öl vor Kanaren ab

Von Volker Petersen

Viele Menschen auf Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote jubeln. Der Energiekonzern Repsol bricht seine Suche nach Öl vor der Küste der Inseln ab. Der Grund muss für die Bewohner wie ein Geschenk des Himmels wirken.

Bei Twitter bricht Jubel aus. "Heute ist ein wunderschöner Tag", schreibt eine junge Frau, "Es ist die Freude des Freitags", jubelt ein anderer und eine dritte schreibt: "Eine gute Nachricht für die Inseln". Die drei Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes freuen sich über das Ende einer Gefahr für die Kanarischen Inseln. Dort suchte der spanische Erdölkonzern Repsol seit Mitte November nach Öl, was erst große Befürchtungen und dann große Proteste ausgelöst hatte. Doch Staat und Justiz deckten die Aktivitäteten des Wirtschaftsriesen - Bedenken zum Umweltschutz wurden hintenangestellt.

Nun jubeln die Umweltschützer: Repsol bricht seine Suche ab. Man habe zwar gut zwei Kilometer unter dem Meeresboden Erdöl und Gas gefunden, meldet der Konzern, doch sei die Menge zu gering und die Qualität minderwertig. Eine Ausbeutung lohne sich daher nicht. Der Konzern betont, dass bei der Suche maximale Umwelt- und Sicherheitsstandards eingehalten worden seien. Nun werde Repsol in Angola nach fossilen Brennstoffen suchen.

Repsol suchte nur 50 Kilometer vor der Küste von Lanzarote und Fuerteventura - Bewohner und Umweltaktivisten war das viel zu nah. Denn was wäre gewesen, wenn es zu einer Panne bei der Ölförderung gekommen wäre? Das einzigartige Ökosystem der Inseln vor der afrikanischen Küste wäre in Gefahr gewesen. Auch Greenpeace beteiligte sich an den Protesten und schickte gar sein Schiff "Arctic Sunrise" in die Gegend. Die spanische Marine sah sich genötigt, die Ölbohrungen zu schützen, drängte das Schiff ab und schickte es zurück ins Mittelmeer.

Regionalregierung rebellierte

Schon bald war Spanien um einen Konflikt zwischen Provinz und Zentralregierung reicher. Die Regionalregierung setzte sich an die Spitze der Protestbewegung. Sie kündigte ein Referendum an und gab eine Umfrage in Auftrag. Ergebnis: Drei Viertel der Bewohner der Kanaren waren gegen das Ölbohrprojekt. Die Lokalpolitiker zogen vor ein Regionalgericht - das jedoch die Rechtmäßigkeit der Bohrungen bestätigte. Die Gefahren seien ja bloß hypothetischer Natur, hieß es.  Die spanische Regierung hatte die Bohrungen genehmigt. In Zeiten der Krise kann das Land neue Ölquellen gut gebrauchen.

Doch auch die Gegner führten wirtschaftliche Argumente an. Denn die Kanaren sind nicht nur schön, sondern bares Geld wert. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen nach Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote. Die Inselgruppe ist nach Katalonien und den Balearen die beliebteste Region bei Touristen, die noch immer Spaniens wichtigste Einnahmequelle sind. Insgesamt zählten die Behörden bis November des vergangenen Jahres schon 61,7 Millionen Übernachtungen im ganzen Land, was ein neuer Rekord war. Diese Erfolgsgeschichte kann nun auch auf den Kanaren weitergehen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen