Dienstag, 09. März 2010
Rotstift regiert in Friedrichshafen: Sparpaket für ZF
Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen tritt kräftig auf die Kostenbremse: Für den Stammsitz Friedrichshafen am Bodensee, wo die von der Autokrise besonders betroffene Sparte Nutzfahrzeugantriebe angesiedelt ist, wurde mit dem Betriebsrat ein millionenschweres Sparpaket vereinbart.
Es sieht unter anderem Arbeitszeitreduzierungen und eine befristete Kürzung übertariflicher Zulagen vor. Im Gegenzug erhält die Stammbelegschaft eine Beschäftigungsgarantie bis 2013. Am Bodensee beschäftigt ZF derzeit rund 8000 Menschen. Unter ihnen sind etwa 550 Zeitarbeiter, die allerdings im Jahresverlauf ihren Job verlieren werden.
Mit den Maßnahmen will ZF am Standort Friedrichshafen bis 2012 die Personalausgaben um rund 60 Millionen Euro jährlich senken. In ganz Deutschland will der ZF-Konzern nachhaltig 600 Millionen Euro sparen, davon 200 Millionen Euro beim Personal. 2009 hatte der Spezialist für Antriebs- und Fahrwerkwerkstechnik einen Umsatzeinbruch um 25 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro und nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von 300 bis 400 Millionen Euro erlitten.
Reduzierung der Wochenarbeitszeit
"Wir sehen uns seit Ende 2008 mit dem größten Nachfrageeinbruch der Nachkriegsgeschichte konfrontiert", sagte Rolf Lutz, Chef des Unternehmensbereichs Nutzfahrzeug- und Sonder-Antriebstechnik. Die Zahl der in Friedrichshafen montierten Getriebe sei 2009 von 267.000 auf etwa 90.000 zurückgegangen.
Nach Ende der gesetzlich möglichen 24 Monate Kurzarbeit soll der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung greifen. Danach kann die Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 oder sogar 26 Stunden reduziert werden. Zudem soll die im April 2011 fällig Tariferhöhung um 2,7 Prozent für eineinhalb Jahre auf übertarifliche Zulagen angerechnet werden.
wne/dpa
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