Wirtschaft
Omega-Luxusuhr aus dem Hause Swatch
Omega-Luxusuhr aus dem Hause Swatch(Foto: REUTERS)

Von wegen billiges Plastik: Swatch schwimmt auf Luxuswelle

Die Uhrenindustrie ist in der Schweiz einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige. Vor allem Luxusuhren sind gefragt - in den aufstrebenden Schwellenländern. Von diesem Trend profitiert auch der Swatch-Konzern, der etwa die deutsche Prestigemarke Glashütte besitzt und die Luxusmarke Omega. Dennoch hat Swatch ein Problem.

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Der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch kann mit dem Luxusgüterboom kaum Schritt halten: Wegen der übergroßen Nachfrage vor allem aus China sei es 2011 zu "großen Kapazitätsengpässen" gekommen - trotz 2800 neu geschaffener Stellen, teilte Swatch mit. Mit diesen Luxusproblemen kämpft der Hersteller von Edeluhren der Marken Glashütte und Omega auch in diesem Jahr, weil er sich weiter kaum vor Aufträgen retten kann. Zur Abhilfe will der Schweizer Konzern stark in die heimischen Produktionskapazitäten investieren.

Trotz der Engpässe bescherte die Kauflust der Begüterten Swatch 2011 einen Rekordertrag: Der Reingewinn kletterte um rund 18 Prozent auf 1,28 Mrd. Franken (1,06 Mrd. Euro). Zuvor hatte der Bieler Konzern bereits einen Rekordumsatz von gut 7 Mrd. Franken gemeldet.

Neureiche lieben Schweizer Uhren

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Insgesamt waren die Exporte der Schweizer Uhrmacherbranche um fast 20 Prozent gestiegen. Die neuen Reichen in den Schwellenländern wie China heizten auch die Geschäfte anderer Luxusgüterkonzerne an: So wies auch der weltgrößte Anbieter LVMH aus Paris zuletzt zweistellige Wachstumsraten aus.

Für Hersteller von Waren abseits der Luxuskategorie sah es aber auch in der Schweiz im vergangenen Jahr nicht allzu rosig aus: Die stark vom Export abhängige Industrie der Alpenrepublik hatte mit dem starken Franken und der lahmenden Konjunktur zu kämpfen.

Vorsichtig in 2012

Für das laufende Jahr gibt sich der Uhrenkonzern vorsichtig optimistisch: "Wir rechnen auch im Jahr 2012 weiterhin mit Wachstum, das aber wegen der hohen Vergleichsbasis immer anspruchsvoller wird." Laut Swatch hat sich der positive Trend auch im Januar mit einem zweistelligen Wachstum im Segment Uhren und Schmuck fortgesetzt.

Dennoch zeigten sich die Geldanleger unzufrieden. Die Aktie büßte in einem schwächeren Markt mehr als 3 Prozent ein. Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zufolge erfüllte der Reingewinn zwar die Erwartungen - jedoch nur aufgrund von Sonderfaktoren. "Der starke Franken hat nun doch stärkere Spuren hinterlassen". Zudem sei der Ausblick für Swatch-Verhältnisse recht vorsichtig gefasst, erklärten die ZKB-Analysten.

Auch die um 15 Prozent angehobene Dividende von 5,75 Franken je Inhaber- und 1,15 Franken je Namenaktie vermochte die Aktionäre da nicht zu besänftigen. Andere Analysten allerdings sprachen von überzogenen Erwartungen. Die Prognosen der Investoren würden "immer luxuriöser und damit immer schwieriger zu befriedigen", kommentierte etwas die St. Galler Notenstein Privatbank.

Quelle: n-tv.de

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