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Wirtschaft
Weltweit wird dank der hohen Ölpreise, an die die Gaspreise gekoppelt sind, die Suche intensiviert.

Weltweit wird dank der hohen Ölpreise, an die die Gaspreise gekoppelt sind, die Suche intensiviert.
(Foto: REUTERS)

Dienstag, 03. Januar 2012

Run auf US-Schiefergas: Total will mitmischen

Das Fördern von Schiefergas ist umstritten und in Frankreich deshalb verboten. In den USA erlebt es dagegen einen regelrechten Boom, seitdem 2005 die nötigen Gesetze dafür gelockert wurden. Der französische Energieriese Total will auch profitieren und nimmt dafür eine Milliardensumme in die Hand.

Der französische Energieriese Total steigt in die umstrittene Schiefergasförderung in den USA ein. Dort übernimmt der Konzern für 2,3 Mrd. Dollar (knapp 1,8 Mrd. Euro) 25 Prozent des Gasfelds des US-Energieunternehmens Chesapeake in Utica im US-Bundesstaat Ohio, wie der Konzern mitteilte. Das Gasfeld, für das Total bei Vertragsabschluss zum Jahresende eine Teilsumme von fast 700 Mio. Dollar in bar bezahlt hat, ist 2500 Quadratkilometer groß.

Das Utica-Feld in Ohio passe zur Strategie des Konzerns, Vorkommen abseits der üblichen Förderregionen mit großem Potenzial zu erschließen, erklärte Total. Die Franzosen arbeiten mit Chesapeake, dem zweitgrößten Gaskonzern der USA, bereits in Texas zusammen.

Umstrittenes Verfahren

Die Förderung von Erdgas aus Schiefergestein birgt große Umweltrisiken. Im vergangenen Jahr hatten US-Forscher eine Studie veröffentlicht, wonach bei dem Abbau von Schiefergas giftiges Methan ins Trinkwasser gelangt. Feuerfangende Wasserhähne sind dann keine Seltenheit. Der Dokumentarfilmer Josh Fox hat darüber sogar einen vielbeachteten und aufrüttelnden Film gedreht.

Szenenbild aus dem Dokumentarfilm "Gasland".

Szenenbild aus dem Dokumentarfilm "Gasland".

Das Gemeinschaftsunternehmen mit Chesapeake soll das Gas laut Total umweltfreundlich fördern. In Frankreich ist die umstrittene sogenannte Fracking-Technik, mit der Schiefergas gewonnen wird, verboten.

Run in den USA

In den USA ist es erlaubt und erlebt einen regelrechten Run, seit der Lockerung von Umweltgesetzen im Jahr 2005, die nicht zuletzt Dick Cheney, damals US-Vizepräsident und einstiger Vorstandschef der Firma Halliburton, mit durchgesetzt hat.

Allein im Jahr 2009 wurden 60 Milliarden Kubikmeter gefördert - mehr als zehn Prozent der weltweiten Gesamtproduktion dieses Jahres. Im selben Jahr überholten die USA Russland als wichtigster Erdgasproduzent und Experten erwarten, dass sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren vervierfacht.

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bad/rts/AFP

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