Wirtschaft
Toyotas Zukunft kann sich sehen lassen: Toyota Fun-Vii
Toyotas Zukunft kann sich sehen lassen: Toyota Fun-Vii(Foto: picture alliance / dpa)

Nichts ist unmöglich ...: Toyota lässt VW abblitzen

Groß, größer, Toyota - wenn es nach dem Pkw-Absatz geht. Da holen sich die Japaner 2012 die Krone von der Opel-Mutter GM zurück. Der Absatz legt mehr als um ein Fünftel zu. Volkswagen feiert zwar auch einen Rekord, lässt es aber beim Wachstum ruhiger angehen. Für eine Kampfansage an die Konkurrenz reicht es dennoch.

Während man in Wolfsburg davon träumt, größter Automobilhersteller der Welt zu werden, zeigt Toyota, wie es geht. 2012 setzte Toyota so viele Autos ab wie niemals zuvor und eroberte damit den Spitzenplatz vom US-Rivalen General Motors zurück. Europas Nummer 1, Volkswagen, bleibt weltweit nur Rang 3. Aber die Wolfsburger haben Zeit: Erst im Jahr 2018 wollen sie die Spitze stürmen.

Bei Toyota erhöhte sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge 2012 um 22,6 Prozent auf 9,75 Millionen, wie das Unternehmen bekanntgab. 2011 hatte der Konzern den Spitzenplatz wegen der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe verloren. Davor hatte ein massenhafter Rückruf wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten das Image beschädigt.

Nummer 2 ist aktuell der Opel-Mutterkonzern GM, der im vergangenen Jahr den Absatz um vergleichsweise magere 3 Prozent auf knapp 9,29 Millionen Autos steigerte. GM litt unter einem schwachen Europageschäft mit seiner Tochter Opel. Die Verkäufe schrumpften in der Region um 8 Prozent. Gut lief es dagegen im heimatlichen Nordamerika sowie in China.

VW und die Euro-Schuldenkrise

Dicht dahinter liegt Europas größter Autohersteller Volkswagen. Die Wolfsburger verkauften im vergangenen Jahr 9,07 Millionen Fahrzeuge und damit rund 11 Prozent mehr als 2011. Allerdings sind in dieser Summe die schweren Lastwagen und Busse der Töchter Scania und MAN noch nicht eingerechnet.

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VW will bis zum Jahr 2018 die Führungsposition einnehmen und investiert dafü r stark in neue Modelle und Werke. Manche Branchenbeobachter glauben, dass der Sprung an die Spitze schon früher gelingen könnte. Erst im August 2012 hatte der Konzern den Sportwagenbauer Porsche komplett übernommen.

Allerdings geht auch die Schuldenkrise in Europa nicht spurlos an VW vorüber. Bisher kann der Konzern die nachlassende Nachfrage in seiner Heimatregion noch mit enormen Zuwächsen in Amerika, Asien und Osteuropa mehr als ausgleichen. In Westeuropa rutschte der Absatz 2012 um 6,5 Prozent ab, für Deutschland wurde ein Plus von 1,9 Prozent gemeldet.

Fast 10 Millionen Autos

Doch auch Toyota drückt weiter aufs Gas: Im laufenden Jahr hat sich die Toyota-Gruppe, zu der auch der Kleinwagenbauer Daihatsu Motor sowie der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors gehören, vorgenommen, den weltweiten Absatz auf 9,91 Millionen Fahrzeuge weiter zu steigern.

2012 machte vor allem die starke Nachfrage in den USA sowie in südostasiatischen Nachbarländern die Einbußen in China mehr als wett. Dort war der Absatz erstmals seit 2002 zurückgegangen. Hintergrund sind Boykotte wegen des Streits um eine Inselgruppe im ostchinesischen Meer.

Vor der Automesse in Detroit hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh Anfang Januar aber betont, man dürfe  nicht allein die Anzahl der verkauften Wagen betrachten. Die Profitabilität sei ebenso entscheidend, um den Erfolg zu messen: «Natürlich geht es auch um Stückzahlen und Absatz. Aber es geht auch um den Ergebnisbeitrag pro Fahrzeug.» Betrachte man den reinen Pkw-Absatz ohne Nutzfahrzeuge, sei VW zudem bereits heute der größte Anbieter, meinte Osterloh.

Quelle: n-tv.de

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