Wirtschaft

Die Kassen klingeln : US-Einzelhandel flutscht

Legt die amerikanische Konjunktur noch einen kräftigen Jahresendspurt hin? Die Einzelhändler sind jedenfalls zufrieden. Sie warten im November mit einem weitaus stärkeren Ergebnis auf als von Analysten erwartet.

Die Amerikaner schlagen einkaufsmäßig wieder zu.
Die Amerikaner schlagen einkaufsmäßig wieder zu.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die US-Einzelhändler haben im November überraschend kräftig Kasse gemacht und damit die Hoffnung auf einen Jahresendspurt der Konjunktur genährt. Die Erlöse der Branche stiegen um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Experten zeigten sich positiv überrascht, da sie lediglich mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet hatten.

Zu Beginn der nach dem Thanksgiving-Fest eingeläuteten Weihnachtssaison geben die Einzelhändler traditionell Rabatte. Insbesondere die Umsätze bei Bekleidungsartikeln zogen an, auch für Bücher und Sportartikel gaben die Amerikaner mehr aus. Die Tankstellen nahmen ebenfalls mehr Geld ein: Die Umsätze an den Zapfsäulen steigen um vier Prozent - der höchste Anstieg binnen Jahresfrist.

Das stützt Hoffnungen, dass die US-Verbraucher wieder in Kauflaune kommen. "Mit diesen Zahlen sieht der Übergang in das Jahr 2011 vielversprechend aus", meint Experte Tom Porcello von RBC Capital Markets. Der Einzelhandelsumsatz gilt als wichtiges Barometer für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftsleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

Wermutstropfen Autogeschäft

Klammert man die Autoverkäufe aus, hatten die Händler im November sogar 1,2 Prozent mehr in der Kasse. Beim Autokauf hielten sich die Amerikaner jedoch merklich zurück: Die Umsätze der Kfz-Händler sanken um 0,8 Prozent. "Dies dürfte aber eher eine Korrektur nach dem Sprung um 5,6 Prozent im Oktober sein", erläutert Commerzbank-Ökonom Christoph Balz.

Insgesamt geben die Daten somit durchaus Anlass zur Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur. Im dritten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung aufs Jahr hochgerechnet um 2,5 Prozent zugelegt. Dies ist jedoch viel zu wenig, um die für amerikanische Verhältnisse hohe Arbeitslosenquote von derzeit fast zehn Prozent in absehbarer Zeit merklich abbauen zu können. Die US-Notenbank Fed dürfte daher an ihren geplanten Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft festhalten.

Quelle: n-tv.de

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