Dienstag, 13. Juli 2010
Chinesische Warenschwemme: US-Handelsdefizit steigt
Die USA verzeichnen im Mai zwar ein größeres Exportvolumen. Dennoch ist das Handelsdefizit so hoch wie seit November 2008 nicht mehr. Grund ist ein massiver Anstieg der Einfuhren aus China.Ein kräftiger Anstieg der Einfuhren aus China hat das Außenhandelsdefizit in den USA im Mai überraschend in die Höhe getrieben. Die Differenz zwischen Exporten und Importen stieg auf 42,3 Milliarden Dollar. Nach Angaben des US-Handelsministeriums ist das der größte Fehlbetrag seit November 2008. Experten hatten mit einem Minus von 39,0 Milliarden Dollar gerechnet. Im April betrug das Defizit 40,3 Milliarden Dollar.
Die Einfuhren stiegen um 2,9 Prozent auf das höchste Niveau seit Oktober 2008. Dabei spielte vor allem ein kräftiges Plus aus China eine wichtige Rolle: Die Importe aus dem asiatischen Land schnellten um 12,1 Prozent in die Höhe. Die Nachfrage nach Konsumgütern, Autos und Investitionsgütern war dabei besonders groß.
Zugleich lief das Geschäft der Exporteure so gut wie seit September 2008 nicht mehr, als die weltweite Finanzkrise erste Auswirkungen auf die Wirtschaft zeigte. Die Firmen steigerten ihre Ausfuhren um 2,4 Prozent, dank der guten Nachfrage nach Industrieprodukten und Investitionsgütern sowie geringeren Zuwächsen bei Autos und Konsumgütern.
Das US-Handelsbilanzdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
rts
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