Schlag ins KontorUS-Produktivität sinkt
Die US-Regierung vermeldet eine Überraschung negativer Art. Erstmals seit Ende 2008 gehen die Produktivitätsdaten außerhalb der Agrarwirtschaft runter. Das ist ein Anzeichen dafür, dass die amerikanische Konjunktur an Schwung verliert.
Die US-Produktivität außerhalb der Landwirtschaft ist im zweiten Quartal überraschend gesunken. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verringerte sich die Produktivität zwischen April und Juni 2010 nach vorläufiger Rechnung um annualisiert 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies war der erste Produktivitätsrückgang seit dem vierten Quartal 2008 (minus 0,1 Prozent). Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Zuwachs um annualisiert 0,3 Prozent gerechnet.
In den Vorquartalen hatte sich das Produktivitätswachstum bereits deutlich verlangsamt: Für das erste Quartal wurde ein revidierter Anstieg der Produktivität um 3,9 Prozent gemeldet, nachdem in erster Revision ein Plus von 2,8 Prozent ausgewiesen worden war. Im vierten Quartal 2009 hatte die Produktivität um revidiert 6,0 Prozent (vorläufig: plus 6,3 Prozent) höher gelegen. Die nun rückläufige Produktivität begründeten Beobachter mit der nachlassenden Wirtschaftsdynamik und den steigenden Arbeitskosten.
Lohnstückkosten gering höher
Den weiteren Angaben zufolge erhöhten sich die Lohnstückkosten mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,2 Prozent. Volkswirte hatten hier einen etwas stärkeren Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Im ersten Quartal war bei den Lohnstückkosten ein Rückgang von revidiert 3,7 Prozent (vorläufig: minus 1,3 Prozent) verzeichnet worden.
Die Vorjahresdaten wurden zudem einer Benchmark-Revision unterzogen. Dabei fiel der Produktivitätszuwachs in der Regel niedriger aus als bisher bekanntgegeben. So erhöhte sich die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Jahr den revidierten Angaben zufolge um 3,5 Prozent, während bislang ein Anstieg um 3,7 Prozent ausgewiesen worden war. Für 2008 und 2007 werden nun Zuwächse um 1,0 Prozent (plus 2,0 Prozent) beziehungsweise 1,6 Prozent (plus 1,8 Prozent) genannt.