Dienstag, 09. November 2010
Finanzkrise brodelt weiter: US-Versicherer Ambac pleite
Die Finanzkrise fordert ein spätes Opfer: Der US-Versicherer Ambac Financial meldet Insolvenz an. Dem Unternehmen ist es nicht gelungen, das Geld für anstehende Zinszahlungen aufzutreiben. Die Geschäfte sollen aber erst einmal weiterlaufen. Die Aktie fährt in den Keller.Der US-Anleihenversicherer Ambac hat nach großen Verlusten in Folge der Finanzkrise Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 wurde am Montag bei einem Insolvenzgericht in New York eingereicht. Demnach hat Ambac Verbindlichkeiten von 1,68 Mrd. US-Dollar. Ambac-Aktien stürzten in Folge des Insolvenzantrages nachbörslich um fast 40 Prozent ab.
Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, mit den wichtigsten Gläubigern über eine Insolvenz zu verhandeln, um sich so einen steuerlichen Verlustvortrag von sieben Mrd. US-Dollar zu sichern. Dem Management sei jedoch nicht gelungen, frisches Kapital zu bekommen. Schon vor einem Jahr war Ambac von der Insolvenz bedroht.
Ambac spielte in der Finanzkrise eine wichtige Rolle. Die Finanzkrise zerstörte praktisch das Geschäftsmodell der Anleihenversicherer wie Ambac oder MBIA. Sie versicherten ursprünglich recht risikoarme Anleihen von Kommunen und Ländern und standen gegenüber Investoren dafür gerade, wenn ein Schuldner nicht mehr zahlen konnte. Dann aber stieg Ambac massiv ins Geschäft mit hochriskanten Hypothekenpapieren ein.
Seit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2007 sieht sich Ambac einer Flut von offenen Rechnungen gegenüber und schreibt anhaltend hohe Verluste. Angesichts der schieren Menge an geplatzten Wertpapier-Geschäften konnte Ambac seine Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden nicht mehr erfüllen und befeuerte damit die Finanzkrise. Zu den Leidtragenden gehört auch die Postbank. Sie erwartet durch die Insolvenz aber keine weiteren größeren Lasten.
Die Aktie von Ambac stürzte nachbörslich um 63 Prozent ab und notierte bei noch 19 Cent.
rts/dpa
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