Sogar Rüstung ist kein TabuUSA müssen drastisch sparen
Die Vereinigten Staaten wollen von ihrem riesigen Haushaltsdefizit runter. Eine überparteiliche Sonderkommission verlangt von Präsident Obama massive Einschnitte. Davon soll auch der Verteidigungssektor nicht verschont bleiben. Das US-Etatdefizit beträgt derzeit 8,9 Prozent; bis 2015 soll es auf 2,2 Prozent sinken.
Eine überparteiliche Sonderkommission hat US-Präsident Barack Obama erste Empfehlungen für eine Sanierung des Staatshaushaltes vorgelegt. Die aus Demokraten und Republikanern zusammengesetzte Kommission erklärte, es seien "schmerzhafte Einschnitte" bei den Staatsausgaben für Verteidigung, Inneres und Soziales nötig.
Unabdingbar sei auch eine tiefgehende Reform des Steuersystems, hieß es weiter. "Amerika kann nicht groß sein, wenn wir pleite sind", warnten die Kommissionsvorsitzenden, der Demokrat Erskine Bowles und der Republikaner Alan Simpson.
So sollen bei Verteidigung und Inneres in den kommenden fünf Jahren 200 Milliarden Dollar eingespart werden. Die Pläne sehen unter anderem die Streichung von Rüstungsprojekten und einen Abbau von zehn Prozent der Stellen bei Bundesbehörden vor. Zu den drastischsten Vorschlägen zählen eine Begrenzung der Rentensteigerungen und langfristig eine Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre.
Das Haushaltsdefizit der USA beträgt derzeit 8,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), es soll nach dem Willen Obamas bis 2015 auf drei Prozent sinken. Die Kommission will dieses Ziel noch übertreffen und Vorschläge unterbreiten, wie das Defizit bis 2015 auf 2,2 Prozent gebracht werden kann. Ihren Abschlussbericht soll die Kommission Anfang Dezember vorstellen.