Wirtschaft
Vertrauens-Werbung
Vertrauens-Werbung(Foto: Diana Dittmer)

"Wollen Euer/Ihr Vertrauen zurück": VW appelliert wieder per Zeitungsanzeige

Der VW-Konzern kämpft, um sein ramponiertes Image zu retten - gerne auch mit Print-Anzeigen. Nach der seitenfüllenden Entschuldigungsgeste im Oktober kommt jetzt die Fortsetzung. Anlass ist die Rückrufaktion. Ein kleiner Unterschied sticht heraus.

Der VW-Konzern wendet sich erneut mit einer großangelegten Anzeigenkampagne an die Öffentlichkeit. Diesmal wirbt der vom Abgasskandal erschütterte Konzern um Vertrauen in den Rückruf seiner manipulierten Dieselfahrzeuge. Es gebe "nichts Wichtigeres für eine Marke als Vertrauen", heißt es im ersten Satz der Anzeige. Vertrauen könne man nicht "durch Schnelligkeit wiederherstellen. Sondern durch Gründlichkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit".

Weiter heißt es: Die ersten Umrüstungen hätten begonnen. Weder beim Verbrauch, der Leistung, dem Geräuschpegel noch bei der steuerlichen Einstufung der Autos seien nach den ersten Rückrufen Veränderungen festzustellen gewesen. "Dieses Ziel verfolgen wir bei allen weiteren Umrüstungen natürlich ebenfalls", verspricht die ganzseitige Print-Anzeige. Wie ein VW-Sprecher sagte, läuft die Kampagne dieses Wochenende bundesweit.

In der Anzeige heißt es auch: "Wir wissen, dass es mit der reinen Umrüstung der Motoren nicht getan ist. Wir wollen Ihr Vertrauen zurückgewinnen." Daran arbeite man rund um die Uhr. Darunter ein für eine Werbekampagne vergleichsweise bescheidenes Firmenlogo.

"Große" Geste im Oktober

Es ist nicht das erste Mal, dass VW per Zeitungsanzeige an die Kunden appelliert. Zwei Wochen nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals im Oktober wandte sich der Konzern schon einmal mit seitenfüllenden Anzeigen in Deutschlands Sonntagszeitungen an die Öffentlichkeit.

"Eigentlich sollte hier unsere Anzeige zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung stehen", stand damals ebenfalls über einer schlichten, weißen Seite mit ein paar sparsamen Absätzen Text. "Aber wir möchten jetzt nur einen einzigen Satz sagen." Danach folgte der Vertrauensappell, im Unterschied zum heutigen Appell allerdings in der vertraulichen Du-Form: "Wir werden alles tun, um euer Vertrauen zurückzugewinnen." Auch damals war nur ganz unten auf der Seite ein kleines VW-Logo zu sehen.

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen in die bisher schwerste Krise der rund 80-jährigen Unternehmensgeschichte gestürzt. Der Konzern hatte weltweit elf Millionen Diesel mit einer Software ausgestattet, die die gesundheitsschädlichen Abgase auf dem Prüfstand der Behörden drosselt. Das geheime Programm erkennt die Testsituation und greift dann in die Antriebs- und Abgassteuerung ein. Erst vor kurzem startete in Deutschland der Rückruf von 2,5 Millionen Dieseln. Der Amarok machte den Anfang, erste Varianten des Passat sollen bald folgen.

Quelle: n-tv.de

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