Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Sparziele identifiziert?: VW geht mit Rotstift zu den Zulieferern

Auf den Autohersteller Volkswagen kommen wegen der Manipulation von Software von etlichen Dieselfahrzeugen erhebliche Strafzahlungen zu. Angesichts dessen will sich das Unternehmen nun effizienter aufstellen. Für Druck sorgt zudem eine Ratingagentur.

Der Autohersteller Volkswagen hat nach der Ankündigung erheblicher Einsparungen offenbar die ersten Ziele zum Ansetzen des Rotstifts ausgemacht. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, will der Konzern rund drei Milliarden Euro bei seinen Zulieferern einsparen. Dem Bericht zufolge könnte auf Volkswagen gut 40 Milliarden Euro an Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen zukommen. Angesichts dieser Aussicht hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Bonität von Volkswagen abgestuft.

Wie die Zeitung berichtet, wollen die Wolfsburger einen Teil der Summe durch ein zusätzliches Sparprogramm realisieren. Konzernchef Matthias Müller hatte dies bereits angekündigt. Nun habe ein großer deutscher Zulieferer der Zeitung gesagt, dass VW "deutlich mehr Effizienz einfordere". Bei VW war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Laut der Zeitung sollen beim Topmanagement zudem die Leistungskomponenten des Entgelts sinken. Rund 115.000 nach Haustarifvertrag bezahlte Mitarbeiter müssten sich wohl auf eine geringere Ergebnisbeteiligung einstellen. Kürzungen solle es auch bei Marketing, Sponsoringaktivitäten und der Modellvielfalt geben.

Erhebliche Mängel im Management

Unterdessen hat S&P das Langfristrating von A auf A- und das Kurzfristrating von A-1 auf A-2 gesenkt. Das Langfristrating steht weiterhin auf der Beobachtungsliste der Ratingagentur für eine mögliche weitere Senkung um bis zu zwei Stufen. Der Konzern habe erheblich Mängel im Management, der Unternehmensführung und der allgemeinen Risikosteuerung gezeigt, begründeten die Ratinganalysten ihre Einschätzung.

S&P werde unter anderem die möglichen Auswirkungen der Handlungen von Volkswagen auf die Geschäftsaussichten und die Wettbewerbsposition in die Bonitätsbewertung mit einbeziehen, ebenso die Cashflow-Generierung und die Verschuldungskennzahlen.

Quelle: n-tv.de

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