Wirtschaft
VW Touran mit einem vom Abgas-Skandal betroffenen 2.0l TDI Dieselmotor vom Typ EA189.
VW Touran mit einem vom Abgas-Skandal betroffenen 2.0l TDI Dieselmotor vom Typ EA189.(Foto: dpa)

Abgas-Skandal beim Diesel : VW hat Lösungen für fast alle Motoren

VW-Chef Müller hält die Lasten für die Aufarbeitung der Abgasmanipulationen inzwischen für beherrschbar. Der Aufwand für die Nachrüstung bei betroffenen Dieselfahrzeugen sei "technisch, handwerklich und finanziell überschaubar".

Volkswagen hat in der Affäre um manipulierte Abgaswerte für den Großteil der betroffenen Fahrzeuge technische Lösungen gefunden. Für mehr als 90 Prozent der betroffenen Diesel-Fahrzeuge in Europa seien die Lösungen inzwischen bestätigt, sagte Konzernchef Matthias Müller in einer Rede vor rund tausend Führungskräften in Wolfsburg. Der Aufwand für die Nachrüstung sei "technisch, handwerklich und finanziell überschaubar", sagte Müller weiter.

Beim Zwei-Liter-Dieselmotor reiche ein Software-Update aus, dem das Kraftfahrtbundesamt bereits zugestimmt habe, sagte Müller. Auch beim 1,6-Liter-Motor habe VW grundsätzlich grünes Licht. Neben einer aktualisierten Software seien hier aber auch "Hardware-Maßnahmen" erforderlich, räumte der Konzernchef ein. Es handele sich aber "um relativ einfache Veränderungen am Luftgitter beziehungsweise an der Luftfilterkassette". Die Annahme, dass "grundlegende Eingriffe am Motor notwendig seien", habe sich nicht bewahrheitet.

Die Detailmaßnahmen für den 1,2-Liter-Motor will VW dem Kraftfahrtbundesamt bis zum Monatsende vorlegen, wie Müller ankündigte. "Auch hier genügt voraussichtlich ein Software-Update", fügte er hinzu.

VW hatte im September zugegeben, dass in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben.

Kurzarbeitergeld für Leiharbeiter

Derweil reagiert die Bundesregierung auf die VW-Krise. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, plant Arbeitsministerin Andrea Nahles ein befristetes Kurzarbeitergeld für Leiharbeitnehmer. Die vorgesehene Sonderregelung im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz solle bis Ende 2016 gelten.

Nach Angaben des Blattes rechnet das Arbeitsministerium damit, dass 1300 Leiharbeitnehmer in den Genuss des Kurzarbeitergelds kommen werden. Die erwarteten Mehrkosten beziffert die Zeitung auf 4,4 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de

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