Dienstag, 09. Februar 2010
"Kein Zuckerschlecken": Vorsicht bei Douglas
Der Handelskonzern Douglas muss in den kommenden Monaten von seinem Weihnachtsgeschäft zehren. Für den Rest des Geschäftsjahres erwartet die Holding der Douglas-Parfümerien und Thalia-Buchhandlungen offenbar Verluste. Nach dem ersten Quartal 2009/2010 stehen 141,7 Millionen Euro Gewinn vor Steuern in den Büchern. Für das Gesamtjahr geht der Konzern aus Hagen aber nur von einem Vorsteuergewinn zwischen 120 und 130 Millionen Euro aus. Den Umsatz will Douglas um bis zu zwei Prozent steigern.
Die Kunden hatten Douglas mit ihren Weihnachtseinkäufen etwas mehr Geld als noch vor Jahresfrist in die Kassen gespült. Douglas habe "mit einem recht ordentlichen Weihnachtsgeschäft eine solide Basis für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres geschaffen", bilanzierte Konzernchef Henning Kreke.
Mit dem um 6,5 Prozent gestiegenen Vorsteuerergebnis übertraf Douglas die Erwartungen des Marktes. Neben operativen Fortschritten halfen auch Bewertungseffekte bei Aktien von buch.de, die mit 6,1 Millionen Euro zur Steigerung beitrugen. Nach Steuern verdiente der Handelskonzern 96,3 (88,2) Millionen Euro. Experten hatten einen Vorsteuergewinn von 130 Millionen Euro und einen Konzerngewinn von 87 Millionen Euro prognostiziert.
Höhere Marktanteile?
Im Weihnachtsquartal, in dem der Konzern wie fast alle in der Branche den Löwenanteil seiner Gewinne einfährt, waren die Erlöse leicht auf 1,128 (1,122) Milliarden Euro gestiegen. Flächenbereinigt ergab sich indes ein leichtes Minus von 0,6 Prozent. In seinem Heimatmarkt Deutschland hatte Douglas mit seinen Parfümerien, Buchmärkten (Thalia) und Schmuckgeschäften (Christ) sowie Confisserien (Hussel) den Umsatz leicht steigern können. Damit schnitt Douglas etwa besser ab als Konkurrent Metro, der Einbußen hinnehmen musste.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Douglas nun mit einem leichten Umsatzplus und stabilen Erträgen. In Deutschland könnte Douglas damit möglicherweise sogar Marktanteile gewinnen, denn der Branchenverband HDE rechnet mit stagnierenden Umsätzen. 2010 werde für die Branche "kein Zuckerschlecken", hatte der Verband Anfang Februar prognostiziert. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheiten könnten den Kunden die Kauflaune vermiesen.
wne/rts
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