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Inside Wall StreetDie Situation mit "The Situation"

25.08.2010, 06:29 Uhr
imageLars Halter
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Yes, I can: Mike "The Situation" Sorrentino. (Foto: REUTERS)

Um es vorweg zu nehmen: "The Situation" ist ein junger Italo-Amerikaner und der Star der MTV-Trashserie "Jersey Shore". Er genießt Kultstatus und räumt Millionen damit ab. Der amerikanische Traum lebt.

"The Situation" befindet sich zur Zeit in einer guten solchen. Hinter dem kryptischen Namen verbirgt sich Mike Sorrentino, ein 27-jähriger Amerikaner italienischer Abstammung – ein sogenannter "Guido" – und Star der meist diskutierten MTV-Trashserie "Jersey Shore". Die markiert ein neues Tief im globalen Unterhaltungsmarkt, hat aber Kultstatus und bringt den Akteuren Millionen ein.

An der "Jersey Shore", der legendären Küste des Bundesstaates New Jersey mit ihren Strand- und Party-Orten, tummeln sich im Sommer Surfer und Säufer. Neun davon hat MTV schon im vergangenen Jahr in ein Strandhaus gesteckt und mit Kameras verfolgt – zur Zeit läuft die zweite Staffel. Sämtliche Bewohner, die hier im Big-Brother-Stil hausen, sind italienischer Herkunft, und alle haben dämliche Spitznamen: Snooki, Sweetheart, DJ Pauly V… Jenni findet sich so toll, dass sie "J-Woww" genannt werden will, und Angelina wird "Jolie" genannt, obwohl sie nie so talentiert sein wird wie ihr Idol.

Und dann ist da eben "The Situation", der bestverdienende unter den Jugendlichen. Seinen Namen verdankt er seinem – zugegebenermaßen beeindruckenden – Waschbrettbauch, bei dessen Anblick ein Mann in einer Disco einmal gesagt haben soll: "That's a situation!". So schnell kommt man zu einem Namen, und offensichtlich noch viel schneller kommt man an das große Geld.

Die "Jersey Shore"-Crew hat kurz vor Beginn der zweiten Staffel eine Gage von jeweils 30.000 US-Dollar pro Episode durchgesetzt. Diese Zahl gilt nicht für "The Situation", er verdient das doppelte. Taucht er am Wochenende in Discos oder bei sonstigen Parties auf, kassiert er bis zu 50.000 US-Dollar.

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Sorrentino bei der Grammy-Awards-Verleihung in Los Angeles. (Foto: REUTERS)

Darüberhinaus lässt sich Sorrentino an allem Merchandise der TV-Serie beteiligen, unabhängig davon, ob er auf dem jeweiligen Produkt überhaut zu sehen ist. Sein eigenes Merchandise vertreibt er auch, darunter T-Shirts mit seinem Motto "G.T.L. – Gym, Tan, Laundry". Das heißt übersetzt etwa "Fitnesstudio, Sonnenbank, Wäsche" und macht überhaupt keinen Sinn.

Noch besser als das T-Shirt dürfte sich ein Fitness-Video verkaufen, dass "The Situation" ab Herbst auf den Markt bringen will. Das ist verständlich, immerhin ist der Mann für seinen Waschbrettbauch bekannt und als Fintnesstrainer sicherlich zu gebrauchen. Darüberhinaus gibt es vieles, was Sorrentino mit seinem guten Namen verkauft.

In einem Werbespot schwört er auf ein bestimmtes Aufbaupräparat, hinter dem die Drogeriekette GNC steckt. In einem anderen Filmchen trinkt er "Vitamin Water", ein Wasser aus dem Produktportfolio von Coca-Cola. Sonst ist "The Situation" eher für harte Drinks bekannt, und auch da hat er jetzt seinen eigenen: "Devotion Vodka" wirbt mit dem durchtrainierten Dummy für einen "gesunden Vodka", der dank seines Zusatzstoffes Casein eine ordentliche Dröhnung ohne die üblichen Kalorien bringen soll.

Dass "The Situation" zur Zeit an seiner Autobiographie schreibt, ist schockierend, aber nicht überraschend. Das Werk kommt im November in die Läden und dürfte ein Bestseller werden.

Experten schätzen, dass "The Situation" allein in diesem Jahr auf ein Einkommen von gut 5 Mio. US-Dollar kommen wird. Und wenngleich es schön ist, dass der amerikanische Traum noch existiert – das es wirklich jeder zu etwas bringen kann –, ist es doch auch traurig, dass die schnelllebige Medienwelt stets die entsetzlichsten Charaktere ganz nach oben spült.