Wirtschaft
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Zinsängste und Schuldenstreit: Dow kassiert satte Verluste

Eine näher rückende Zinswende in den USA, aber auch der Streit Argentiniens mit mehreren Hedgefonds verunsichern die US-Anleger und schicken die Kurse auf Talfahrt. Auch überraschend gute Quartalszahlen stützen da nur bedingt.

Die neuerliche Pleite Argentiniens sowie die Probleme der russischen Wirtschaft im Zuge des Ukraine-Konflikts haben die US-Börsen deutlich ins Minus gedrückt. Das südamerikanische Land konnte sich zuvor in einem Rechtsstreit nicht mit Gläubigern einigen und wurde daraufhin von der Ratingagentur S&P für teilweise zahlungsunfähig erklärt. Dies komme zwar nicht unerwartet, schaffe aber ein systemisches Risiko, sagte Fondsmanager James Dailey vom Team Asset Strategy Fund. Für Freitag wurde ein zweiter Gerichtstermin anberaumt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 1,9 Prozent auf 16.563 Punkte. Beim breiter aufgestellten S&P- 500 betrug das Minus zwei Prozent auf 1930 Zähler. Der Nasdaq-Index gab um 2,1 Prozent auf 4369 Stellen nach. In Frankfurt hatte zuvor bereits schon der deutsche Leitindex Dax deutliche Verluste hinnehmen müssen.

Kurseinbrüche argentinischer Titel

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Die Kurse argentinischer Unternehmen, die an US-amerikanischen Börsen gelistet sind, brachen ein. Am deutlichsten fielen die Verluste im Finanzsektor aus: So stürzten die Titel der BBVA Banco Frances um rund 10 Prozent ab, Anteilsscheine von Grupo Financiero Galicia und Banco Macro gaben um jeweils mehr als 5 Prozent nach. Unter den Energiewerten traf es die Aktien des Stromerzeugers Pampa Energia sowie die des Ölkonzerns YPF besonders hart.

 

Exxon Mobil fielen um 4,1 Prozent, obwohl der Ölkonzern im zweiten Quartal zum zweiten Mal in Folge die Erwartungen übertroffen hat. Allerdings sanken Ausstoß und Raffineriemargen.

Ein unerwarteter Gewinn im zweiten Quartal bewahrte auch die Aktie von Yelp nicht vor Kursverlusten. Belastet wurde der Kurs vom schwachen Kundenwachstum, das hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Für die Titel ging es um mehr als 10 Prozent abwärts.

Yum Brands verloren rund 5 Prozent. Der Betreiber von Restaurantketten wie KFC und Pizza Hut hatte mitgeteilt, dass sich ein Bericht über illegale Praktiken eines chinesischen Zulieferers negativ auf die jüngste Umsatzentwicklung in China ausgewirkt hätte.

Whole Foods und Kraft Foods schmecken nicht

Die vierte Senkung der Prognosen für 2014 schickte Whole Foods auf Talfahrt - minus rund 2 Prozent. Der Betreiber von Bio-Supermärkten ruderte wegen des wachsenden Konkurrenzdrucks bei Umsatz- und Gewinnprognosen zurück. Im abgelaufenen Quartal wuchs der Umsatz auf vergleichbarer Verkaufsfläche um 3,9 Prozent und blieb damit hinter der Markterwartung zurück.

Eine verfehlte Umsatzerwartung im zweiten Quartal drückt auch Kraft Foods um mehr als 6 Prozent ins Minus.

Mit einem hübschen Plus von rund 1,7 Prozent zeigten sich dagegen Avon. Das Kosmetikunternehmen hat zwar sowohl bei Umsatz wie auch Gewinn die Prognosen knapp verfehlt, Anleger interpretieren die Zahlen aber offenbar nach dem Motto: "Es hätte schlimmer kommen können." Seit Monatsbeginn hat die Aktie elf Prozent an Wert verloren. Nachdem das Unternehmen eine wahre Litanei an schlechten Nachrichten hinter sich habe, werde nun das Ausbleiben weiterer negativer Schlagzeilen mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, sagt Marktbeobachter.

Die Anteilsscheine der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile US zogen fast 7 Prozent an. Diese zählte erstmals mehr als 50 Millionen Kunden. Zudem gibt es einen neuen Interessenten.

Größtes IPO des Jahres

Derweil ist der weltweit größte Börsengang dieses Jahres perfekt. Die Kreditkarten-Sparte des US-Industriekonzerns General Electric (GE), Synchrony Financial, hat neue Aktien für bis zu 3,2 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) verkauft. Der Ausgabepreis von 23 Dollar ist zugleich auch der aktuelle erste Kurs. Am Ende ging es etwas darunter. GE ist auch nach dem Börsengang mit 83 bis 85 Prozent an Synchrony beteiligt.

LinkedIn überrascht

Der Wachstumsdrang geht beim Xing-Rivalen LinkedIn weiterhin ins Geld. Das berufliche Online-Netzwerk verlor im zweiten Quartal unterm Strich 1 Million Dollar (750.000 Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von annähernd 4 Millionen Dollar herausgekommen war. Im ersten Quartal hatte LinkedIn allerdings 13 Millionen Dollar verloren. Der Umsatz schnellte um 47 Prozent auf 534 Millionen Dollar hoch. LinkedIn hob daraufhin den Ausblick für das Gesamtjahr auf bis zu 2,15 Milliarden Dollar an. Die Anleger waren begeistert; die Aktie stieg nachbörslich um 9 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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