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Drittes Allzeithoch in Folge: Wall Street geht auf Rekordjagd

Intel überzeugt, Time Warner weckt Übernahmeinteressen und Apple will mit IBM zusammenarbeiten: Drei Themen, die die US-Anleger in Kauflaune bringen. An den Zahlen der Bank of America scheiden sich dagegen die Geister.

Gute Quartalszahlen von Intel und leicht über der Prognose ausgefallene Wachstumsdaten aus China haben am Mittwoch an der Wall Street für steigende Kurse gesorgt. Auch über eine Mega-Übernahme im Mediensektor wurde spekuliert.

Der Dow Jones Industrial Index schloss mit einem Aufschlag von rund 0,5 Prozent auf 17.138,20 Punkte und machte damit das dritte Rekordhoch in dieser Woche in Folge. Der S&P-500 zog 0,4 Prozent auf 1981,57 Zähler an. Der Nasdaq Composite verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 4425,9677 Stellen. In Frankfurt hat der Dax deutlich im positiven Bereich geschlossen.

Keine Überraschungen gab es von der Konjunkturfront. Die Erzeugerpreise fielen im Rahmen der Erwartungen aus. In der Kernrate, ohne Nahrungsmittel und Energie, erfüllte das Plus von 0,2 Prozent genau die Marktprognose. Die Industrieproduktion für Juni blieb dagegen mit 0,2 Prozent etwas hinter den Erwartungen zurück.

Überzeugt BoA?

Nach den positiven Quartalsergebnissen von Citigroup, JP Morgan und Goldman Sachs sorgte die Bank of America für ein negatives Ausrufezeichen. Wegen teurer Rechtsstreitigkeiten hat die Bank im zweiten Berichtsquartal einen herben Gewinneinbruch verbucht. Operativ sprechen Teilnehmer aber von überraschenden Verbesserungen im Geschäft mit festverzinslichen Papieren, Devisen und Rohstoffen (FICC) - gegen den Trend bei den Wettbewerbern. Die Aktien zogen vorbörslich zunächst deutlich an, verloren dann aber 1,9 Prozent.

US Bancorp verzeichnete im zurückliegenden Quartal ein starkes Wachstum gewerblicher Kredite abseits des Immobiliengeschäfts. Allerdings fielen auch die Zuwächse bei Hypotheken solide aus. Im Vergleich zum ersten Quartal wuchsen die Kredite um 5,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Das sei sowohl aus Sicht der Bank als auch der Kreditnehmer ein ermutigendes Zeichen. Gut sehe auch das Einlagenwachstum von US Bancorp aus, hieß es. Andererseits sei die Nettozinsmarge weiter gesunken: um 8 Basispunkte auf 3,27 Prozent. Vor Jahresfrist lag sie noch bei 3,43 Prozent. Die Aktien präsentierten sich 1,8 Prozent schwächer.

Abbott überzeugt nicht

Hinter der überraschend guten Performance von Abbott steckt vor allem die bessere Entwicklung im Medizintechnikbereich, wie etwa ein neues Produkt zur Behandlung der Herzklappenproblematik bei älteren Patienten. Demgegenüber ist der Absatz von Blutzuckermessgeräten um 9,8 Prozent zurückgegangen, bedingt auch durch eine geringere Erstattung von Medicare und anhaltendem Wettbewerbsdruck. Nachdem Abbott die Ziele für dieses Jahr angehoben hatte, hat die Aktie zeitweilig auf ein neues Rekordniveau von über 42 US-Dollar zugelegt. Nun präsentierte sie sich 0,3 Prozent schwächer.

Gemeinsam stärker

Dazu kommt die angekündigte Zusammenarbeit zwischen IBM und Apple. Wie die beiden zuvor rivalisierenden Konzerne mitteilten, werden sie gemeinsam leicht bedienbare Apps für Unternehmen entwickeln sowie iPhones und iPads an die Firmenkunden von IBM verkaufen. Apple will so in das Geschäft mit Unternehmen vorstoßen und Microsoft auf seinem Kernmarkt angreifen.

Die schwächeren Quartalszahlen von Yahoo belasteten das Sentiment für den Gesamtmarkt nicht, die Aktie des Technologiekonzerns gab aber um 5,1 Prozent nach. Die Aktien von Intel legten 9,3 Prozent zu. IBM zogen 2,0 Prozent an und Apple verloren 0,6 Prozent.

Time Warner als Übernahmekandidat?

21st Century Fox interessiert sich für Time Warner. Fox habe bereits im Juni 85 US-Dollar je Aktie für Time Warner geboten, sagen mit den Vorgängen vertraute Personen. Das Board habe die Offerte, die zunächst mündlich und dann im Juli schriftlich unterbreitet wurde, jedoch zurückgewiesen und verweigere seither jede Verhandlung mit Fox, so die Informanten.

Fox habe signalisiert, dass die Synergien einer Verbindung der beiden Medienkonzerne mehr als 1 Milliarde Dollar betragen könnten. Der vorgeschlagene Deal bewerte Time Warner mit dem 12,6-fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der letzten 12 Monate, sagte eine informierte Person. Die Aktien von Time Warner schossen um 17,1 Prozent in die Höhe. 21st-Titel gaben 6,2 Prozent ab.

Konter gegen Airbus

Boeing steuert auf einen weiteren Großauftrag für seine Mittelstreckenjets zu. Gemeinsam mit der chinesischen Fluggesellschaft Hainan Airlines arbeite Boeing an einem Kaufvertrag über 50 Maschinen in der spritsparenden Neuauflage 737-MAX-8, teilte der Airbus-Rivale auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough mit. Hainan Airlines will mit den Jets seine Mittelstreckenflotte aufstocken, die schon bislang nur aus Boeing-Jets besteht. Wenn es zur endgültigen Unterschrift kommt, hat der Auftrag laut Preisliste einen Gesamtwert von 5,1 Milliarden US-Dollar (3,75 Milliarden Euro). Boeing-Aktien gingen dennoch auf Tiefflug und gaben 1,3 Prozent ab.

Quelle: n-tv.de

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