Wirtschaft
Von Entspannung ist die Weltwirtschaft noch immer weit entfernt.
Von Entspannung ist die Weltwirtschaft noch immer weit entfernt.(Foto: dpa)

IWF warnt : Das Krisenmonster lebt noch

Der Internationale Währungsfonds sah gerade ein wenig Entspannung in der Finanzkrise, da baten die Griechen um Hilfe, um die Staatspleite abzuwenden. Nun betont das Gremium doch wieder die "anhaltenden Risiken".

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat die großen Schwellen- und Industrieländer vor einer übertriebenen Wachstumszuversicht gewarnt. "Der Aufschwung ist da, in manchen Regionen stärker, in manchen schwächer", sagte Strauss-Kahn in Washington nach einer Sitzung des IWF-Lenkungsausschusses (IMFC). Man dürfe aber nicht die Risiken übersehen, die noch bestünden. Am gewichtigsten seien dabei die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Regionen, die riesige Staatsverschuldung und der massive Kapitalzufluss in manche Schwellenländer.

"Das Schlimmste liegt sicherlich hinter uns", beschrieb auch IMFC-Chef Jussef Boutros-Ghali die weltweite Wirtschaftslage. "Aber das Wachstum ist noch nicht nachhaltig." Es gebe noch eine ganze Reihe von Schwächen.

Stufe vier

Die Finanzkrise tritt nach den Worten von Strauss-Kahn nun in ihre vierte Phase: Nach den Etappen Panik, Reaktion und erste Erleichterung gehe es nun darum, die Grundlagen für die Vermeidung künftiger Krisen zu festigen und den Aufschwung nachhaltig abzusichern. Dafür müssten mit den Finanzmarktreformen mehr Aufsicht, Transparenz und Risikoabsicherung geschaffen werden. Nur ein hohes Maß an internationaler Koordination verhindere Wettbewerbsverzerrungen in der Finanzwelt.

Strauss-Kahn bezog sich damit vor allem auf den Streit der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer (G20) über eine weltweite Bankenabgabe. Staaten, die besonders heftig von der Finanzkrise getroffen worden seien, wollten die Gebühr, andere lehnten sie ab. Es sei aber auch nicht nötig, dass alle das Gleiche täten, sagte der IWF-Chef. Vielmehr komme es darauf an, die Maßnahmen international zu koordinieren. Die Folgen nationaler Entscheidungen für andere Länder und Märkte müssten berücksichtigt werden.

Optimistische Prognosen

Im Rahmen des neuen G20-Rahmenwerks für ein ausgewogeneres weltwirtschaftliches Wachstum haben die Länder inzwischen dem Fonds erste Angaben zu ihrer mittelfristigen Wachstumsstrategie und ihren Wirtschaftsprognosen vorgelegt. "Die zeigen einigen Optimismus", erläuterte Strauss-Kahn.

Die meisten Wachstumsziele liegen dem Fonds zufolge über dessen eigenen Schätzungen. Völlig unrealistisch seien die Prognosen der Länder nicht, wenn die richtige Politik betrieben werde. Es sei aber auch nicht sehr wahrscheinlich, dass sie diese Ziele erreichten.

Quelle: n-tv.de