Schlussspurt trägt Dax über die 12.800 Punkte
Nach einem ruhigen Handelstag zieht der Dax kurz vor Schluss noch einmal an, überspringt mit Schwung die 12.8000-Punkte-Schwelle und schließt mit einem Plus von knapp einem Prozent bei 12.829 Punkten.
Der MDax beendet den Handel sogar auf einem Allzeithoch von 25.994 Punkten, das ist ein Plus von knapp 0,7 Prozent. Der TecDax gewinnt knapp 0,6 Prozent und schließt bei 2434 Punkten.
Während VW einen Großteil ihrer Verluste nach der Gewinnwarnung vom Vormittag bis zum Abend wieder wettmachen können, wird Merck von den Anlegern abgestraft.
Die Aktien des Pharmakonzerns verlieren 3,3 Prozent. Als belastend gelten Aussagen vom gestrigen Kapitalmarkttag. Die Analysten der Commerzbank stufen das laufende wie das kommende Jahr als "Übergangsjahre" für das Unternehmen ein. Hier scheinen Investoren lieber an der Seitenlinie stehen zu wollen. ge
Die Wall Street findet am Nachmittag keine einheitliche Richtung. Während dem S&P 500 wenige Punkte Zuwachs reichen, um ein neues Rekordhoch zu markieren, verharrt der Dow Jones mit einem Abschlag von 0,1 Prozent leicht im Minus bei 22.360 Punkten. Der Nasdaq 100 notiert 0,3 Prozent im Plus bei 5953 Punkten.
Der Euro klettert über die 1,18 Dollar-Marke und wird am Nachmittag mit 1,1819 US-Dollar gehandelt.
Trump trifft möglichen Yellen-Nachfolger
US-Präsident Donald Trump hat sich laut einem Insider mit dem Ökonomen Kevin Warsh getroffen, um über die künftige Besetzung der Zentralbankspitze zu sprechen.
Diese Information der Nachrichtenagentur Reuters deckt sich mit einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ), das sich auf einen nicht näher genannten Vertreter des Weißen Hauses bezieht. Das Präsidialamt bestätigte lediglich das Treffen, ließ den Inhalt der Unterredung jedoch offen.
Warsh, ein früherer Fed-Direktor, gilt als Vertrauter Trumps und wird bereits seit längerem als ein möglicher Kandidat für den Chef-Posten der Federal Reserve gehandelt. Diesen hat derzeit Janet Yellen inne. Ihr Mandat läuft Anfang Februar 2018 ab. Ob Trump Yellens Vertrag verlängern wird, ist offen.
Lange Zeit galt Trumps oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn als ein Favorit für den Fed-Führungsposten. Offenbar fiel er aber mit kritischen Äußerungen zu Reaktionen des Präsidenten auf rechtsextreme Ausschreitungen in Virginia in Ungnade.
Auch der Stanford-Ökonom John Taylor gilt als ein möglicher Kandidat für den Chefsessel der Notenbank. Trump will gegen Jahresende entscheiden, auf wen seine Wahl fällt.
RWE mottet Braunkohlemeiler ein
Ein teures Konzept für die Stromkonsumenten:
Der Stromerzeuger RWE gibt den Startschuss für die Einmottung von Braunkohlekraftwerken. In der Nacht zum Sonntag überführt das Unternehmen zwei 300 Megawatt-Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf bei Neuss in die Sicherheitsbereitschaft, wie RWE mitteilte. Der Versorger ist gesetzlich verpflichtet, die beiden Blöcke bereitzuhalten und im Notfall bei Stromknappheit binnen 11 Stunden wieder auf Mindestleistung zu bringen.
Neben Frimmersdorf wird der Konzern nächstes Jahr zwei 300 MW-Blöcke in Niederaußem und 2019 einen 300 MW-Block in Neurath in die Sicherheitsbereitschaft überführen.
Im Anschluss an die vierjährige Sicherheitsbereitschaft werden die Turbinen endgültig stillgelegt. Neben RWE wird auch der Versorger Leag aus der Lausitz Kraftwerke vom Netz nehmen. Die Mibrag hat bereits Anlagen eingemottet. Die Unternehmen erhalten dafür insgesamt eine Entschädigung von 230 Millionen Euro pro Jahr.
Erstmals wieder mehr Benziner als Diesel in Europa verkauft
Eine gute und eine schlechte Nachricht für die immer noch stark diesel-abhängigen deutschen Autobauer:
In Europa ist der Diesel mehr und mehr auf dem Rückzug: Nach des Verbands ACEA sind in der ersten Jahreshälfte 2017 erstmals seit 2009 o wieder mehr Benziner als Diesel-Fahrzeuge verkauft worden. Der Absatz von Benzin-Autos sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent geklettert, teilte der Verband mit. Die Verkäufe von Diesel-Fahrzeugen seien in derselben Zeit um etwa vier Prozent gefallen.
Andererseits: China, der mit Abstand wichtigste globale Wachstumsmarkt, hat seine scharfen E-Auto-Quoten etwas gelockert. Die Regierung gab bekannt, dass es erst 2019 und damit ein Jahr später den Automobilproduzenten Mindestquoten für den Verkauf von Elektro-Automobilen und Hybrid-Autos vorgeben wird. Ab dann muss der Jahresabsatz der Autohersteller, die im Land Fahrzeuge verkaufen, zunächst zu zehn Prozent aus E- und Hybrid-Fahrzeugen bestehen. 2020 soll diese Quote auf zwölf Prozent steigen.
Welche Branchen jetzt noch günstig sind
Teyssen bleibt bis 2021 Eon-Chef
Der Eon-Aufsichtsrat will den einst vielkritisierten Konzern-Chef Teyssen nicht gehen lassen.
Das Kontrollgremium beschloss, seinen Vertrag bis Ende 2021 zu verlängern, wie das Unternehmen mitteilte. Ohne die Verlängerung wäre Teyssen im kommenden Jahr aus der Unternehmensführung ausgeschieden.
Es gehe jetzt darum, in der neuen Energiewelt auf nachhaltiges Wachstum umzuschalten, erklärte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. "Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass Johannes Teyssen gerade auch für den Start in diese neue Phase der Konzernentwicklung der richtige Mann an der Spitze von Eon ist."
Der Jurist und Volkswirt Teyssen sitzt seit 2010 auf dem Chefsessel des Stromerzeugers. Noch im Frühjahr galt der 57-Jährige als angeschlagen, musste einen Rekordverlust von 16 Milliarden Euro verkaufen. Doch der überraschende Sieg vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Brennstoffsteuer samt folgender Milliardenrückzahlung verbesserte seine Position. Der nun auf den Weg gebrachte Verkauf des Restanteils an der Kraftwerkstochter Uniper dürfte endgültig das Blatt zu seinen Gunsten gewendet haben.
Mdax und TecDax mit neuen Rekorden
Dem Dax fehlte zwar am Mittag noch etwas bis zum Rekordhoch vom Juni bei 12.951,54 Punkten. Der MDax erreichte jedoch bereits den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Der technologielastige TecDax markierte den höchsten Kurs seit fast 17 Jahren.
TecDax
Dax am Mittag leicht im Plus
Der Aktienmarkt zeigt sich am Vormittag von seiner freundlichen Seite. Der Dax notiert bis zum Mittag mit 0,3 Prozent im Plus bei 12.740 Punkten.
Selbst VW, die nach der Gewinnwarnung rund vier Prozent abgestürzt waren, können einen Teil der Verluste wieder wettmachen.
Der MDax gewinnt 0,13 Prozent auf 25.853 Punkte, der TecDax 0,1 Prozent auf 2423 Zähler.
Der Euro notiert am späten Vormittag um die 1,8 US-Dollar-Marke.
Euro-Inflation kommt nicht in Schwung
Experten hatten einen leichten Zuwachs erwartet bei den Verbraucherpreisen erwartet. Laut den neuen Eurostat-Zahlen haben sie sich getäuscht.
Rocket kauft Anleihen für 100 Millionen Euro zurück
Rocket Internet sitzt gleichzeitig auf fast zwei Milliarden Euro liquiden Mittel - für die offenbar lohnende Investitionsgelegenheiten fehlen - und noch knapp 300 Millionen Euro Schulden in Form von Wandelanleihen.
Was liegt da näher, als weitere Anleihen zurückzukaufen. Nach dem Ablauf des bisherigen Rückkaufprogramms genehmigte der Aufsichtsrat ein weiteres Programm im Volumen von bis zu 100 Millionen Euro.
Der Start-up-Entwickler verspricht sich von dem Rückkauf der Anleihen eine Senkung der Finanzierungskosten.
Von den vor zwei Jahren ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen mit Laufzeit bis 2022 und jährlichem Kupon von 3 Prozent sind noch nominal 298 Millionen Euro ausstehend. Per Ende August verfügte Rocket über 1,9 Milliarden Euro an liquiden Mitteln.
Pirelli legt größten Börsengang Europas 2017 hin
Der italienische Reifenkonzern Pirelli kehrt nach zwei Jahren an die Mailänder Börse zurück. Mit bis zu 2,6 Milliarden Euro ist es der größte Börsengang in Europa in diesem Jahr.
Bisher hatte der schweizerische Messtechnik-Hersteller Landis+Gyr mit 2,3 Milliarden Franken an der Spitze gelegen.
Allerdings muss sich Pirelli mit einem Verkaufspreis für seine Aktien von 6,50 Euro begnügen. Er liegt nahe dem unteren Ende der Preisspanne, die von 6,30 bis 8,30 Euro reichte. Die Aktien werden am kommenden Mittwoch (4. Oktober) erstmals wieder an der Börse gehandelt.
Der chinesische Chemieriese ChemChina hatte Pirelli 2015 geschluckt und von der Börse genommen. Seither hat sich der weltweit fünftgrößte Reifenhersteller erfolgreich auf das obere Preissegment konzentriert, das Geschäft mit Lkw-Reifen wurde an eine Tochter des Großaktionärs ChemChina abgegeben.
Zum Ausgabepreis ist Pirelli 6,5 Milliarden Euro wert. Der Erlös aus dem Börsengang geht an die Eigentümer: ChemChina, bisher indirekt mit 65 Prozent beteiligt, reduziert seinen Anteil auf etwas weniger als 50 Prozent.
Frauen verdienen in Dax-Vorständen mehr als Männer
Trotz aller Schwüre, die Männerdominanz beenden zu wollen, sind Frauen in den Chefetagen deutscher Konzerne weiterhin eine verschwindend kleine Minderheit.
Um das zu ändern sind die Unternehmen offenbar, bereit Frauen besser zu bezahlen als Männer. Im vergangenen Jahr verdienten weibliche Vorstandsmitglieder in den 30 Unternehmen im Leitindex Dax im Schnitt erstmals mehr als ihre männlichen Kollegen, wie die Unternehmensberatung EY errechnet hat.
Für die 18 Frauen kommt EY auf eine Gesamtvergütung von 3,00 Millionen Euro, während sich die 125 Männer mit fünf Prozent weniger (2,86 Millionen Euro) begnügen müssen. 2015 lagen sie noch knapp hinter den Männern.
Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden sind dabei ausgeklammert - bisher wird kein Dax-Konzern von einer Frau geführt.
Neuwahl macht Anleger in Japan nervös
Die politische Unsicherheit in Japan hat die Anleger heute in Schach gehalten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index der Börse in Tokio ging mit 20.356 Punkten kaum verändert aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor 0,1 Prozent auf 1674 Zähler.
Im Fokus der Investoren stehen die von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe angekündigten Neuwahlen, die am 22. Oktober stattfinden sollen. Abe will seine derzeit guten Umfragewerte und die Schwäche der Opposition nutzen, um sich eine weitere Amtszeit zu sichern. Angesichts der Wahl-Überraschungen in anderen Ländern schließen Experten aber nicht aus, dass Abes Plan für ihn schiefgehen kann.
An anderen asiatischen Börsen waren Anleger risikofreudiger. Der Shanghai-Composite und der Blue-Chips-Index in China legten deutlich zu. Der Kospi-Index in Südkorea baute seine Gewinne ebenfalls aus.
Das wird wichtig an den Märkten
Die europäischen Aktienmärkten dürften ihre jüngsten Kursgewinne zum Wochenausklang noch etwas ausbauen.
Dax und Euro-Stoxx-50 zieht vorbörslich etwas an. "Zwar wären nach dem jüngsten Aufwärtsschub und vor dem Wochenende normalerweise Gewinnmitnahmen zu erwarten", sagt ein Händler, diese könnten aber von Käufen Richtung Quartalsende überlagert werden.
Vom Umfeld kommt kein Störfeuer. Der Euro zeigt sich ruhig knapp unter der Marke von 1,18 Dollar. In den USA zogen die Kurse überwiegend etwas an, in Asien präsentieren sich die Börsen uneinheitlich. r
Neue Impulse könnten am Vormittag von den EU-Verbraucherpreisen ausgehen. In Deutschland wird zudem der Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Die bereits gemeldeten Einzelhandelsumsätze sind im August wider Erwarten nicht gestiegen sondern gesunken. In den USA werden Daten zu den persönlichen Ausgaben veröffentlicht sowie der Einkaufsmanagerindex aus Chicago und der Michigan-Index für das Verbrauchervertrauen.
Bei den Einzelwerten stehen Deutsche Bank im Blick. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit auf BBB+ gesenkt von A-. Fitch rechnet wegen der Phase niedriger Volatilität an den Märkten mit Druck auf die Gewinne.
Bayer liegen unverändert im Markt, Covestro ziehen um 0,6 Prozent an. Bayer hat sich von einem weiteren Paket an Covestro getrennt und einen Entherrschungsvertrag mit dem abgespaltenen früheren Tochterunternehmen abgeschlossen. Für Covestro rückt eine Aufnahme in den Dax immer näher.
VW ist mal wieder wegen des Diesel-Skandals in die Schlagzeilen geraten. Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz sitzt einem Bericht zufolge in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter in München ordnete diesen Schritt gegen den engen Vertrauten von Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn an.