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Um die Schnauze ist der Koenigsegg Regera etwas runder. Das liegt daran, dass dort der Akku untergebracht ist.
Um die Schnauze ist der Koenigsegg Regera etwas runder. Das liegt daran, dass dort der Akku untergebracht ist.(Foto: Holger Preiss)

Ein neuer Herrscher ist geboren: 1800 PS für den Koenigsegg Regera

Von Holger Preiss

Die Riege der Supersportler hat einen neuen Regenten. Und weil das so ist, hat Koenigsegg seinem Boliden auch gleich den passenden Namen verpasst. Mit 1800 PS Systemleistung ist der Schwede im Augenblick allein auf weiter Flur.

Soeben hat Bugatti den Veyron mit der Auslieferung des 450. Modells nach zehn Jahren zu Grabe getragen. Nicht ohne das Versprechen abzugeben, einen neuen Supersportler ins Quartett einzubringen. Seit dem Genfer Automobilsalon würde die VW-Tochter keinen Stich mehr sehen. Der schwedische Hersteller Koenigsegg hat nämlich in der Schweiz seinen Supersportler Regera, was in der Landessprache nichts anderes als "regieren" heißt, in die Spur geschickt.

20 Sekunden bis Tempo 400

Der Anschluss für das Ladekabel liegt über dem wuchtigen Diffusor.
Der Anschluss für das Ladekabel liegt über dem wuchtigen Diffusor.(Foto: Holger Preiss)

Und tatsächlich fegt der Wikinger alles bis dato Dagewesene von der Straße. Mehr als 1500 PS stehen für den Boliden im Datenblatt. Dass die nicht ohne Hilfe aus einem 5,0-Liter-V8 gekitzelt werden, ist natürlich klar. Insgesamt unterstützen drei Elektromotoren den Verbrenner, wobei zwei davon ihre Kraft direkt an die Hinterräder leiten. Der dritte Motor arbeitet an der Kurbelwelle und hilft im unteren Drehzahlbereich aus, um Löcher im Drehmoment des Verbrenners zu stopfen. Die Energie für die Elektromotoren liefert ein 620 Volt leistendes Akkupaket mit einer Kapazität von 9,27 kWh. Rechnet man die Leistung aus Verbrenner (1100 PS) und E-Motoren (700 PS) zusammen, und das machen die Schweden gerne, kommt man auf eine Systemleistung von knapp 1800 PS und ein Drehmoment von 2000 Newtonmetern.

An jedem Zentimeter ist der Regera muskulös und schnittig.
An jedem Zentimeter ist der Regera muskulös und schnittig.(Foto: Holger Preiss)

Das wiederum bedeutet, dass der Regera in 12 Sekunden Tempo 300 erreicht hat und in lässigen 20 Sekunden die Tachonadel über die 400 km/h-Marke schnippen lässt. Ach so, der Sprint von 0 auf 100 km/h soll nicht ungenannt bleiben, allerdings reicht die Zeit von 2,7 Sekunden kaum, um es auszusprechen. Kaum eine Sekunde länger dauert der Zwischensprint von 150 auf 250 km/h. Natürlich kann der Regera auch rein elektrisch fahren. 50 Kilometer sollen es sein, allerdings nicht in den oben genannten Geschwindigkeiten.

Wie Tesla, nur vom Sound schöner

Um die Spitzengeschwindigkeit von 410 km/h zu erreichen, haben die Ingenieure von Koenigsegg einige Tricks bei der Aerodynamik anwenden müssen. So befindet sich auf dem Dach eine große Lufthutze, aus dem Heckdiffusor ragt ein von Akrapovic entwickelter Auspuff. Darüber befindet sich die Lade-Vorrichtung. Der gewaltige ausfahrbare Heckspoiler des 1628 Kilo schweren Regera soll bei 250 km/h für 450 Kilo Abtrieb sorgen.

Der Hybrid-Megasportler sitzt auf 19- und 20-Zoll-Felgen, hinter denen belüftete Keramikbremsen im Ernstfall mit voller Kraft zubeißen. Ein hochgezüchtetes ESP, eine Traktionskontrolle sowie aktive Aero- und Fahrwerks-Lösungen sollen den Regera handhabbar machen. Laut Koenigsegg-Manager Andreas Petre ist der Regera "wie ein gefährlich schneller Tesla, allerdings mit einem wunderschönen Sound."

Allerdings werden wohl nicht mehr als 80 Käufer in den Genuss dieses Klangs kommen, denn genau auf die Zahl will Koenigsegg die Fahrzeuge beschränken. Der Preis des Regera liegt irgendwo bei zwei Millionen Euro. Auch das dürfte die Zahl der Interessenten deutlich einschränken.

Quelle: n-tv.de

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