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Jia Yueting will mit seinen Elektroautos Chinas Umwelt retten. Aber nicht nur das.
Jia Yueting will mit seinen Elektroautos Chinas Umwelt retten. Aber nicht nur das.

Chinas Elon Musk: Jia Yueting sagt Tesla den Kampf an

Seine Absichten scheinen ehrenhaft. Jia Yueting will mit seinem Unternehmen Leshi den Elektroauto-Markt aufmischen. Im Visier hat er dabei vor allem Tesla. Dabei ist er dessen Chef Elon Musk gar nicht so unähnlich.

Elon Musk und seine Tesla-Elektroautos sind Kult. Aber nicht nur das: Auch wie der US-amerikansiche Milliardär an der Spitze seines Unternehmens steht, wie er Träume verfolgt und sie zu Leben erweckt, alles das macht ihn zu einer Ikone des American Way Of Life. Doch jetzt tritt ein Chinese an, die Erfolgsgeschichte des Elon Musk im Reich der Mitte zu wiederholen.

Noch führt Tesla die Riege der Hersteller von Elektroautos mit seinem Model S an.
Noch führt Tesla die Riege der Hersteller von Elektroautos mit seinem Model S an.

Jia Yueting, Vorsitzender und Gründer von Leshi Internet Information & Technology, schickt sich an, in die Fußstapfen des Amerikaners zu treten. Jia will wie sein Vorbild in den USA Elektroautos bauen. Im Augenblick verdient er sein Geld mit der Herstellung von Web-fähigen Fernsehgeräten. Bei seinem neuen Projekt ist der Chinese zuversichtlich, dass er mit seinem Unternehmen in kürzester Zeit Konkurrent Tesla in puncto Innovation und Produktionskapazitäten übertrumpfen kann. Dabei bewundert der 41-jährige Leshi-Chef Tesla durchaus. Schließlich habe der Hersteller von Elektroautos der etablierten Autoindustrie, die immer noch auf Öl setzt, den Kampf angesagt und setzt sich damit nachhaltig für die Umwelt ein.

Selbstloser Umweltschützer?

Doch Analysten sehen in den Bestrebungen von Jia Yueting nicht nur einen selbstlosen Versuch die Welt zu retten und China von den Einflüssen der globalen Autoindustrie zu befreien, sondern auch das Bestreben, sein Unternehmen im Spiel der globalen Kräfte immer stärker zu machen. Natürlich würde er auch in China selbst an Einfluss gewinnen und die Regierung könnte ihn durch ihr Förderprogramm zur Entwicklung der Elektrofahrzeugindustrie dabei sogar unterstützen. Musk selbst hatte noch im April darauf hingewiesen, dass China in absehbarer Zeit der größte Markt für die Elektroautos von Tesla werden wird. Sollte Leshi in den nächsten Jahren erfolgreich durchstarten, könnte sich dieser Traum schnell in Luft auflösen.

Mit dem e6 hat der chinesische Autobauer BYD einen ersten Erfolg gelandet.
Mit dem e6 hat der chinesische Autobauer BYD einen ersten Erfolg gelandet.

Aber Jia ist nicht der einzige finanzkräftige Träumer, der auf den Elektroauto-Zug aufspringen will. Auch die Wanxiang Group, die vor allem als Autoteilezulieferer in China Milliarden verdient, erwartet in Kürze eine Lizenz für den Bau von Elektroautos. Vorausgesetzt die chinesische Regierung lässt auf dem eigenen Markt weitere Spieler in diesem Bereich zu. Auch Wang Chuanfu, der reichste Mann Chinas und Chef von Autohersteller BYD, macht seine Ansprüche auf den Markt der Elektroautos geltend. Für ihn stehen die Chancen besonders gut. Hat der einstige Hersteller von Batterietechnik doch mit dem BYD e6 bereits ein bekanntes Elektroauto auf dem Markt. Bereits 2010 eingeführt, ist der e6 heute vor allem als Taxi im Einsatz. Seit Oktober 2014 fahren sogar 34 e6-Taxis in Brüssel.

"Diese Idee ist ein Traum"

Und noch etwas könnte Jia mit seinem Unternehmen Leshi auf die Füße fallen: China verlangt für die Lizenzvergabe zur Produktion von Elektroautos den Nachweis, dass mindestens drei Jahre Produktentwicklung und Forschung in den Fahrzeugen stecken. Außerdem müssen die Produktionskapazitäten nachgewiesen werden. Leshi selbst hat schon sehr konkrete Vorstellungen seines Elektroautos. Nach eigenen Angaben wird es sehr "preiswert" und verfügt über mehrere Touchscreens, die das traditionelle Dashboard und die Konsole ersetzen. Zudem soll der Wagen in der Lage sein, unbemannte Fahrten zu unternehmen. Es soll eigenständig einparken und durch die Cloud-Plattformen des Unternehmens ständig zu erreichen sein. Um das zu erreichen, steht Leshi in engem Kontakt zum Hersteller BAIC Motors. Über das Unternehmen sollen letztlich auch die Fahrzeuge gebaut werden.

Auf die Frage, wie Leshi sein Projekt finanzieren werde, sagte Jia nur, dass man dabei sehr "innovativ" sein werde. Er wolle mit seinem Projekt auf jeden Fall die Autoindustrie neu definieren. "Diese Idee ist unser Traum", so Jia in einer E-Mail. "Sehen Sie sich doch den Himmel in China an! Jedes verantwortungsvolle Unternehmen sollte etwas gegen die Umweltverschmutzung unternehmen. Das ist die Wahrheit."

Quelle: n-tv.de

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