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Auto Expo 2012 in Neu Delhi: Nicht nur Kleinwagen werden gezeigt.
Auto Expo 2012 in Neu Delhi: Nicht nur Kleinwagen werden gezeigt.(Foto: picture alliance / dpa)

Delhi statt Detroit: Luxuskarossen für Indien

Noch leben zwei Drittel aller Inder unter der Armutsgrenze. Auf den Straßen fahren vor allem Kleinwagen - das Einsteigermodell für eine Nation, die sich noch immer auf Fahrzeuge mit zwei oder drei Rädern verlässt. Doch die Käufer werden anspruchsvoller. Und das lässt auch Luxushersteller wie Ferrari, Maserati oder Aston Martin aufhorchen.

Ferrari hat im vergangenen Jahr in Indien sein erstes Autohaus eröffnet, Maserati und Aston Martin folgten. Ford will in diesem Jahr alle zehn Tage eine neue Niederlassung aufmachen. Noch leben zwar zwei Drittel aller Inder unter der Armutsgrenze. Doch mit dem raschen Wirtschaftswachstum wächst die neue Mittelklasse, und auch Millionäre gibt es immer mehr. Auf der gerade begonnenen Automesse in Neu Delhi tummeln sich daher fast alle großen Hersteller - und manche verzichteten dafür sogar auf die traditionelle Teilnahme an der Auto Show in Detroit.

Die Automesse in Indiens Hauptstadt Neu Delhi "ist für uns mittlerweile eine der wichtigsten Messen im Kalender", sagt der für die Asien-Pazifik-Region zuständige Ford-Manager Joe Hinrichs. Indien werde schon 2020 der drittgrößte Automarkt der Welt sein - da möchte Ford ganz vorn dabei sein.

Kleinwagen dominieren

Noch dominieren die im Westen wenig bekannten Marken in Indien: Marktführer mit 40 Prozent ist der indisch-japanische Hersteller Maruti-Suzuki. Dazu kommen einheimische Produzenten wie Mahindra & Mahindra, die den südkoreanischen Hersteller SsangYong kauften, oder Tata, bekannt geworden mit dem angeblich billigsten Kleinwagen der Welt. Kurz vor Beginn der Automesse stellte Bajaj sein erstes Auto vor - bislang produzierte das Unternehmen nur Rikschas, Mopeds und Motorräder.

RE 60 soll Tatas Nano Konkurrenz machen.
RE 60 soll Tatas Nano Konkurrenz machen.(Foto: picture alliance / dpa)

Noch fahren vor allem Kleinwagen auf Indiens Straßen - das Einsteigermodell für eine Nation, die sich nach wie vor hauptsächlich auf Fahrzeuge mit zwei oder drei Rädern verlässt. Doch die Käufer werden anspruchsvoller, sagte Maruti-Suzuki-Chef Shinzo Nakanishi: "Sie wollen mehr Luxus und bessere Ausstattung." Rund zwei Drittel aller Kunden, die sich für das billigste Modell Alto entschieden, kauften es in der "Super Luxus"-Version, erzählt Nakanishi.

Ford, Peugeot und die Mittelklasse

Auch Ford verkauft vor allem seinen Kleinwagen Figo in Indien, präsentiert auf der Messe in Neu Delhi nun aber auch eine neue Version seines kleinen Geländewagens EcoSport. Ziel ist die obere Mittelschicht, die eine gute Federung auf den oft noch sehr schlechten Straßen des Landes zu schätzen weiß.

Die gehobene Mittelklasse will auch Peugeot ansprechen. Der französische Hersteller kehrte erst im vergangenen Jahr nach Indien zurück und will in seinem Werk in Gujarat im Westen des Landes vor allem Limousinen bauen. "Wir wollen uns von den einheimischen Herstellern unterscheiden und mit Oberklassewagen bekannt werden", sagt der bei PSA Peugeot Citroën für ausländische Märkte zuständige Manager Frédéric Fabre. Zwei neue Modelle stellt Peugeot in Neu Delhi vor.

"Attraktive Bedingungen"

Jaguar und Land Rover - mittlerweile in indischem Besitz - begnügen sich dieses Jahr sogar mit dem Auftritt in Indiens Hauptstadt. Der Autoabsatz in dem riesigen Land mit seinen 1,2 Milliarden Bewohnern wird weiter kräftig wachsen, prophezeit die Unternehmensberatung Deloitte.

Die derzeitige Abschwächung - das Wachstum ging von mehr als 30 Prozent auf nur noch rund 2 Prozent zurück - sei nur vorübergehend. Denn: Nach wie vor hätten nur sehr wenige Inder ein Auto, und der Zuzug in die Städte halte an: für Autohersteller "attraktive Bedingungen".

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Quelle: n-tv.de

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