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Mit dem PAL-V einfach aus dem Stau abheben?
Mit dem PAL-V einfach aus dem Stau abheben?
Montag, 13. Februar 2017

Futuristisch mit Propeller: Nächstes Jahr kommt das fliegende Auto

Vor fünf Jahren hat der PAL-V bereits seinen Jungfernflug absolviert. Jetzt haben finanzkräftige Kunden tatsächlich die Möglichkeit, ihr Flug-Auto zu ordern. Aber kann man sich damit einfach aus dem Stau(b) machen?

Bereits 2012 hat das "fliegende" Auto des niederländischen Unternehmens PAL-V ("Personal Air and Land Vehicle") seinen Jungfernflug absolviert. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll jetzt der Verkauf der Flugautos starten. "Nach vielen Jahren harter Arbeit haben wir es geschafft, ein fliegendes Auto aus der Taufe zu heben, das weltweit nicht nur die Sicherheitsbestimmungen, sondern auch bestehende Gesetze und Regularien in der Luft wie auf der Straße erfüllt", sagte Robert Dingemanse, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens dem Blatt.

Fahrerlaubnis und Pilotenschein

Mit dem Auto über die Golden Gate Bridge fliegen?
Mit dem Auto über die Golden Gate Bridge fliegen?

Vollmundig bezeichnen die Niederländer ihr futuristisches Gefährt mit Propeller auf dem Dach als "erstes serienmäßig produziertes fliegendes Auto weltweit". Doch der Wunsch, künftig aus einem Stau herausfliegen zu können, wird sich für Interessenten nicht so schnell erfüllen. Der Fahrer des Flugautos benötigt nämlich zur normalen Fahrerlaubnis auch einem Privatpilotenschein, um insgesamt zwei Personen im Propellerauto befördern zu können. Hinzu kommt, dass man für Start und Landung einen offiziellen Flugplatz benötigt. Das spontane Abheben aus dem Stau dürfte also bis auf weiteres ein Traum bleiben.

Interessant könnte das Produkt – und als solches war es wohl auch ursprünglich von PAL-V angelegt – für Regierungen und Hilfsorganisationen sein. Die Mischung aus Hubschrauber und Propellerauto könnte etwa bei der Polizei oder in Krisengebieten zum Einsatz kommen. Aber auch Geschäftsleute mit entsprechend gut gefüllten Portemonnaies soll der Mobilitäts-Zwitter locken.

Mindestens 300.000 Euro teuer

Auf der Straße wird der PAL-V von einem Heckpropeller angetrieben.
Auf der Straße wird der PAL-V von einem Heckpropeller angetrieben.

Auf der Straße sorgt ein Heckpropeller für Vortrieb. Rund 1300 Kilometer Reichweite sollen möglich sein. Zusätzlich kann der PAL-V bis zu 500 Kilometer weit fliegen. Dazu wird einfach ein Rotor über der zweisitzigen Piloten-Fahrer-Kanzel ausgefaltet. Die Kraft für beide Fortbewegungsarten liefert ein Motor, der mit normalem Benzin betrieben wird. Für den Start soll eine 165 Meter lange Beschleunigungsbahn ausreichen - notfalls auch eine Wiese. Sowohl auf dem Boden als auch in der Luft ist ein Maximaltempo von 160 km/h möglich.

Wer sich die Einstiegsvariante des PAL-V in Form eines "Liberty Sport" sichern möchte, der muss mit 10.000 Euro in Vorleistung gehen und weitere 299.000 Euro auf der hohen Kante haben. Wem es nach der "Pioneer Edition" gelüstet, der zahlt 25.000 Euro an und muss dann, wenn das "Flug-Auto" geliefert wird, eine weitere halbe Millionen bereithalten. Dafür bekommt er aber auch gleich noch die Pilotenausbildung in seiner Region, eine persönliche Betreuung und ein exklusiv ausgestattetes Fahrzeug. Die Wartezeiten beziffert das Unternehmen auf neun Monate. Wobei sich Interessenten der einfachen Variante länger gedulden müssen, denn erst werden die Kunden der teuren "Pioneer Edition" beliefert.

Quelle: n-tv.de

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