Auto
So sieht das Concept des Opel GT aus. Wie viel davon in der Serie übrig bleibt, wird sich zeigen.
So sieht das Concept des Opel GT aus. Wie viel davon in der Serie übrig bleibt, wird sich zeigen.

Die Emotionen sind zurück: Der Vorbote des neuen Opel GT ist da

Von Holger Preiss

In Detroit zeigte Buick die Studie des Avista und die Herzen der Opel-Fans schlugen höher, denn das wäre auch ein schicker Calibra gewesen. Jetzt preschen die Rüsselsheimer aber selbst vor und zeigen, wie sie sich einen neuen Opel GT vorstellen.

Zwei tief in der Heckschürze versteckte Endrohre und rote Vorderreifen zieren die Studie.
Zwei tief in der Heckschürze versteckte Endrohre und rote Vorderreifen zieren die Studie.

Vor wenigen Tagen geisterte ein etwas kryptisches Video durchs Netz, auf dem zwei Endrohre und ein rotes Vorderrad von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann als die Vorboten eines neuen Opel GT angepriesen wurden. So richtig angemacht hat das nicht. Aber jetzt ist die Katze aus dem Sack: Zum einen gibt es tatsächlich einen neuen GT aus Rüsselsheim und zum anderen wird seine Weltpremiere auf dem Automobilsalon in Genf gefeiert. Und noch mehr ist bekannt: Der Opel GT wird mit einem Frontmittelmotor und Heckantrieb vorfahren.

Nachdem Opel sich mit dem Insignia und dem Mokka wieder in die Spur gebracht hatte und auch mit dem neuen Astra einen ganz großen Wurf landen konnte, ist der GT ein konsequenter Schritt in Richtung Emotionalität und Fahrvergnügen. "Der GT Concept zeigt, wofür Opel inzwischen steht. Wir sind selbstbewusst und innovativ." So fasst Opel-Chef Neumann es zusammen und eigentlich sollte das auch dem Betrachter des Opel GT Concept bewusst werden.

Purist mit Einliter-Dreizylinder-Turbo und 145 PS

Das große Glasdach gibt den Insassen das Gefühl, in einem Targa zu sitzen.
Das große Glasdach gibt den Insassen das Gefühl, in einem Targa zu sitzen.

Als Triebwerk kommt bei Opel GT Concept ein drehmomentstarker Einliter-Dreizylinder-Turbomotor zum Einsatz, der auf den hochmodernen Vollaluminium-Triebwerken aus Adam, Corsa und Astra basiert. Für den 145 PS starken Hightech-Benziner verspricht Opel geringe Verbrauchswerte und ein maximales Drehmoment von 205 Newtonmetern. Die Turbokraft wird von einem sequenziellen Sechsganggetriebe, das ausschließlich über Schaltwippen am Lenkrad bedient wird, an die Hinterräder geschickt. Damit es bei der Kraftverteilung keine Verwerfungen gibt, ist hier eine mechanische Differenzialsperre zwischengeschaltet.

Mit Heckantrieb, einem Gesamtgewicht von unter 1000 Kilogramm und zwei Sitzen ordnet sich der Opel GT nicht zu Unrecht unter den puristischen Sportwagen ein. In weniger als acht Sekunden beschleunigt der Rüsselsheimer auf Tempo 100; er soll eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h erreichen. Aber auch sonst gibt der GT sich ganz als Sportwagen zu erkennen. Die großen Türen mit ihren integrierten Seitenscheiben zeigen einen nahtlosen Übergang zwischen Glas- und Lackflächen. Um die Portale elektrisch zu öffnen, muss eine Tastfläche in der roten Signaturlinie im Dach berührt werden. Um auch hoch aufgeschossenen GT-Fahrern einen bequemen Zugang zu ermöglichen, tauchen die Türen ein gutes Stück in die vorderen Radhäuser ein. Diese platzsparende und patentierte Aufhängung soll einen großen Öffnungswinkel selbst in relativ engen Parklücken ermöglichen.

Schöne Träumereien eines Konzepts

Kurze Überhänge und eine extrem lange Motorhaube erinnern an den ersten GT.
Kurze Überhänge und eine extrem lange Motorhaube erinnern an den ersten GT.

Bis zu diesem Punkt scheint die Studie dem Serienmodell recht nah zu kommen, denn der kompakte Sportler ist gerade für den Einsatz im urbanen Raum optimal vorbereitet. Spätestens bei den folgenden Features dürfen jetzt Wetten abgeschlossen werden, ob sie den Weg in die Serie schaffen. So sind für den besseren Überblick im Stadtverkehr zwei Kameras hinter den Radhäusern platziert, die ihre Bilder auf Monitore links und rechts im Cockpit übertragen.

Auch die wirklich schöne Idee einer Frontscheibe, die sich in einem gläsernen Panoramadach fortsetzt, dürfte dem Konzept vorbehalten bleiben. Die Passagiere haben so das Gefühl, in einem Targa zu sitzen. Allerdings ohne lästige Fahrtwinde.

Kleine Zitate und viel Eigenes

Auch bei einigen optischen Beigaben durften sich die Designer ausleben und haben viel in die Studie des GT gepackt, was später wohl nicht mehr zu sehen sein wird. Da sind zum Beispiel die schon erwähnten roten Pneus auf im Rollerskate-Design gehaltenen Felgen. Das Ganze ist eine Reminiszenz an das seinerzeit ebenfalls recht avantgardistische Opel-Motorrad Motorclub 500, das 1928 auf zwei roten Reifen rollte.

Ansonsten meidet das GT Concept Zitate aus der Vergangenheit: Die lange Motorhaube, der Verzicht auf eine Kofferraumklappe, der zentral angeordnete Doppelauspuff und selbstverständlich der Name nehmen Bezug auf den Ur-GT. In allen anderen Details möchte der GT als eigenständig verstanden werden. Und das kann er auch. Wenn nur 70 Prozent des Serien-GT an diese Studie anknüpfen, dann dürfte auch dieser Opel eine ordentliche Fangemeinde binden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen